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Totensonntag: Kirche gedenkt der Corona-Verstorbenen | BR24

© pa/dpa/Sven Hoppe

"Wir haben erfahren, wie verletzlich wir sind", sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.

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Totensonntag: Kirche gedenkt der Corona-Verstorbenen

Es ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr an dem in der evangelischen Kirche der Verstorbenen gedacht wird. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm hat an die Toten der Corona-Pandemie und die Trauer ihrer Angehörigen erinnert.

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Mehr als 14.000 Menschen sind in diesem Jahr in Deutschland an und mit Corona gestorben. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, stellte sie und ihre Angehörigen in seiner Predigt am Totensonntag in den Mittelpunkt. Viele Menschen hätten in diesen Tagen Tränen vergossen, "Tränen der Trauer", "Tränen der Verzweiflung", weil ein Abschied in Corona Zeiten nicht möglich war.

Aber auch "Tränen des Zorns", weil Freunde und Verwandte nicht an einem Begräbnis teilnehmen konnten. "Wir haben in diesem Pandemiejahr erlebt, wie ein ganzes Lebensgefühl ins Wanken geraten ist", sagte der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof in einem ZDF Fernseh-Gottesdienst, der aus Erbach im Rheingau übertragen wurde.

© Antje Dechert/BR24

Erster Totensonntag nach Beginn der Coronakrise

Bedford-Strohm: Bibelstelle ein Wegweiser in Pandemie-Zeiten

"Wir haben erfahren, wie verletzlich wir sind, dass wir nicht die Kontrolle über alles haben, dass wir mit unseren technischen Möglichkeiten nicht alle Probleme lösen können", so Bedford-Strohm. "Vielleicht gibt es bald einen wirksamen Impfstoff, aber wir wissen es nicht, wir können es nur hoffen."

Gegen die Verunsicherung und die Trauer zitierte Bedford-Strohm eine Zusage aus der Offenbarung des Johannes: "Gott wird abwischen alle Tränen." Diese Bibelstelle sei für ihn ein "Wegweiser in diesen Pandemie-Zeiten".

Kardinal Marx: Wir sind miteinander verbunden

Auch der katholische Erzbischof von München, Kardinal Reinhard Marx, entdeckt in der aktuellen Krise Hoffnungszeichen. Dass sich Menschen in der Corona-Krise für andere aufopferten, ist für Marx der Gegenbeweis für die Behauptung, die Welt sei nur schlecht. "Corona ist nicht die Gerichtsstunde Gottes. Aber jede Zeit will uns aufmerksam machen, was wirklich wichtig ist", sagte Marx in einem Gottesdienst in München. "Solch eine Zeit sollte uns aufmerksam machen, dass wir miteinander verbunden sind, dass die Schwachen in die Mitte gehören, dass wir die Alten und Kranken nicht übersehen".

Mit dem heutigen Sonntag endet das Kirchenjahr. Mit dem kommenden Sonntag beginnt der Advent, der ganz im Zeichen der Corona-Pandemie steht. Gottesdienste können zwar unter bestimmten Auflagen und mit deutlich weniger Besuchern stattfinden. Viele Gemeinden haben aber bereits angekündigt, die Weihnachtsgottesdienste in diesem Jahr im Freien zu feiern, um mehr Menschen die Teilnahme zu ermöglichen.

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