| BR24

 
 
© Aktion Tier

Tierrettung München

Wahrscheinlich war es aus dem Nest gefallen: Im März 2018 entdeckten Schüler einer Münchner Grundschule ein verletztes Eichhörnchen-Baby auf dem Schulhof, bedroht von Krähen, die Beute witterten. Die Lehrerin griff zum Telefon und alarmierte die Tierrettung München. Ein Tierarzt des Vereins kam an die Schule und versorgte das Tierchen medizinisch. Anschließend wurde dafür gesorgt, dass es später wieder ausgewildert werden konnte.

Notarzt für Tiere

Rund um die Uhr ist der tierärztliche Notdienst im Stadtgebiet München an jedem Tag im Jahr einsatzbereit. Für Haustierbesitzer ist der Verein eine Anlaufstelle in Notlagen, wenn sich zum Beispiel der Hund beim Gassi gehen verletzt und sich Herrchen oder Frauchen nicht sicher ist, was zu tun ist.

Tierarzt Mathias Beyer untersucht Hündin Daphne. Er arbeitet seit 2014 bei der Tierrettung in München und hat selber zwei Hunde.

Tierarzt Mathias Beyer untersucht Hündin Daphne. Er arbeitet seit 2014 bei der Tierrettung in München und hat selber zwei Hunde.

Evelyne Menges kennt dieses Gefühl. Als ihr Königspudel Morle vor 18 Jahren schwer erkrankte, hätte sie sich einen Notarzt für Tiere gewünscht, jemanden, der zu ihr nach Hause kommt und sich um den Hund kümmert: „Weil Tiere Schmerz empfinden und weil auch die Menschen Schmerz empfinden, wenn das Tier leidet.“ Aus der eigenen Notsituation heraus gründete sie mit der aktion tier den ersten tierärztlichen Notdienst. „Mir ging es darum, dieses Defizit zu beheben, und das habe ich gemacht“, sagt Evelyne Menges.

„Viele Tiere – Hunde, Katzen, Vögel – sind für viele Menschen ja Sozialpartner, sie leben zusammen. Auch ein Tier hat Anspruch auf tiermedizinische Versorgung.“ Evelyne Menges, Gründerin der Tierrettung München e.V.

Der kleine Igel wurde in einem Garten gefunden und zur Tierrettung gebracht. Hier wird er von Parasiten befreit und gefüttert.

Der kleine Igel wurde in einem Garten gefunden und zur Tierrettung gebracht. Hier wird er von Parasiten befreit und gefüttert.

Im deutschen Tierschutzgesetz heißt es: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“ Jedoch seien die Rechte der Tiere zu gering ausgestattet, kritisiert Evelyne Menges: „Tieren wird die Seele abgesprochen.“ Die Rechtsanwältin sieht es als ein großes ethisches Problem, dass Tiere im Gesetz wie Sachen behandelt werden.