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Theaterprojekt "Privacy" zu Daten und Identität

Im Internet hinterlassen wir mit jeder Aktion eine Datenspur - und bekommen damit eine digitale Existenz. Wie privat ist unser Privatleben also noch? Das Künstler-Kollektiv "satelitt produktion" hat einen Selbstversuch gestartet. Von Laura Freisberg

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Voll einsteigen in die Produktion eines digitalen Selbst - oder ganz aussteigen? Das "Privacy"-Projekt von Regisseurin Ana Zirner, Dramaturgin Martina Missel und dem Choreografen David N. Russo hat beides ausprobiert: Zirner hat über zehn Monate ihr Daten-Ich im Netz bloßgelegt, indem sie alle ihre Daten auf einer Webseite veröffentlichte, Missel stellte sich die entgegengesetzte Aufgabe, möglichst wenige Datenspuren zu hinterlassen, indem sie sich zum Beispiel aus sozialen Netzwerken zurückzog. Die Erfahrungen beider Perspektiven sind in ein Theaterstück eingegangen, das nun in München uraufgeführt wird.

Der "normkonforme" Mensch

Als vertrackte Kategorie in Zirners Part des Experiments stellte sich die Kategorie des "Normbereichs" heraus: Wo Körperbewegung, Ernährung, Herz-Kreislauf-System oder Stoffwechsel digital erfasst werden, ergibt sich eine statistische Norm - die man schnell als geltende Richtschnur verinnerlichen kann. Noch folgenreicher als für Körpermessungen ist die Herrschaft des "Normbereichs", wenn es um Persönlichkeitsbilder geht, wie sie etwa Algorithmen von Partnerschaftsbörsen erfassen.

Das Theaterstück "Privacy", das die Erfahrungen aus den Selbstversuchen der Künstler in eine fiktive Paargeschichte fasst und diese tänzerisch begleitet, wird am 26. November in der Galerie der Künstler in München uraufgeführt.