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Theater: Mit Desinfektions-Nebel gegen Corona | BR24

© Abendschau – Der Süden

Die Vernebelung von Desinfektionsmittel soll es möglich machen, dass wieder mehr Menschen eine Theatervorstellung besuchen können. Ein Unternehmen aus NRW arbeit an dieser Technik. Getestet wurde sie in einer Spielstätte des Staatstheaters Augsburg.

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Theater: Mit Desinfektions-Nebel gegen Corona

Höchstens 100 Personen dürfen derzeit ins Theater. Am Staatstheater Augsburg verspricht ein Pilotprojekt Abhilfe: Corona-Freiheit des Theaters mit einem Desinfektionsnebel.

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Sollte das Pilotprojekt erfolgreich sein und sollten die Vernebelungsgeräte den Theaterraum tatsächlich coronafrei bekommen, könnten vielleicht bald schon mehr als 100 Zuschauer gleichzeitig einer Vorstellung zusehen.

Bisher in Kliniken oder in der Lebensmittelindustrie erprobt

Kern des Projekts ist ein neu entwickelter Präzisionsvernebler des Geräteherstellers BOGA aus Soest. Bisher vorwiegend in Kliniken und der Lebensmittelindustrie erprobt, soll sein Einsatz jetzt auf Hotels, Büros und eben auch auf Veranstaltungsorte wie Messen, Museen oder eben Theater ausgeweitet werden. Die Firma aus Nordrhein-Westfalen hatte das Staatstheater Augsburg wegen eines Einsatztests angeschrieben, Intendant André Bücker ließ sich auf das Experiment ein.

Nebeltröpfchen kleiner als fünf Mikrometer

Die zwanzig im Theater eingesetzten Präzisionsvernebler versprühen ein Desinfektionsmittel auf Wasserstoffperoxidbasis. Um in der Luft schweben zu können, müssen die Wasserstoffperoxid-Tröpfchen allerdings kleiner als fünf Mikrometer sein. Deswegen werden sie mit Ultraschall auf eine Größe gebracht, die ungefähr der Größe der vielzitierten Corona-Aerosolen entspricht.

Die im Saal und auf der Bühne umherschwebenden winzig kleinen Desinfektionströpfchen sollen dann die dort ansässigen Coronaviren vernichten. Der Hersteller versichert jedoch, dass die Zuschauer nicht nass werden.

Rund eineinhalb Stunden muss der Theatersaal mit seinen 620 Plätzen vernebelt werden. In dieser Zeit darf wegen der hohen Wasserstoffperoxidkonzentration niemand den Saal betreten.

Ergebnisse: Ende der kommenden Woche

Noch ist allerdings nicht sicher, ob die Wasserstoffperoxid-Aerosole die Corona-Viren tatsächlich zerstören. Deswegen wurden vor und nach dem Einsatz des Präzisionsverneblers fünfzig Proben auf krankheitserregende Keime entnommen. Deren Vergleich im Labor soll erweisen, wie effektiv das Desinfektionsmittel gegen den Coronavirus hilft.

Ende nächster Woche werden die Ergebnisse erwartet. Erst dann wird man sicher wissen, ob das "Pilotprojekt Vernebelung" von Erfolg gekrönt sein wird. Theater und Opern auch im Ausland haben bereits Interesse am Einsatz des Verfahrens angemeldet.

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