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Münchner Kammerspiele und das Festival "Neue Zeit, neue Dramatik": Lena Reißner, Rosa Rieck, Katharina Kern, Laura Santos, Paula Kläy

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"Neue Zeit, neue Dramatik": Festival in den Kammerspielen

Sneak-Preview im Theater: Das Festival "Neue Zeit, neue Dramatik" an den Münchner Kammerspielen gibt an diesem Wochenende einen Vorgeschmack auf kommende Stücke vom Autorinnen-Nachwuchs. Der außerdem mit einem Förderpreis geehrt wird.

Über dieses Thema berichtet: Kulturleben am .

Bertolt Brecht wurde durch die und an den Kammerspielen berühmt: 1920 zog er von Augsburg nach München, wo er bis 1924 als Dramaturg an den Münchner Kammerspielen arbeitete - seit der Uraufführung von "Trommeln in der Nacht" 1922 ein gefragter Dichter und Dramatiker. Die gezielte Förderung des Nachwuchses an den Kammerspielen ist nicht Geschichte, sondern Gegenwart.

Nachwuchsförderung mit Tradition

Ausdrücklich knüpfen die Münchner Kammerspiele seit drei Jahren wieder an diese Tradition an: "Wir wollten immer anknüpfen an die Tradition der Kammerspiele als ein Ort zur Produktion auch von Literatur. Das ist eine große Tradition, beginnend bei Brecht über Fassbinder zu Jelinek. So verbinden wir uns auch seit 2020 durchgehend mit Autoren, die wir einladen, am Haus zu arbeiten, Stücke zu entwickeln: Die Produktion von Literatur als Möglichkeit zu nutzen, um über die Gegenwart nachzudenken". Das sagt Tobias Schuster, Dramaturg an den Münchner Kammerspielen, und als solcher federführend zuständig für das Festival "Neue Zeit, neue Dramatik", das dort an diesem Wochenende stattfindet.

"Lange nach der neuen Dramatik"

"Die Wirklichkeit nicht in Ruhe lassen!", lautet ein Motto der Kammerspiele. Und wie ließe sich die Welt und Gesellschaft, in der wir heute leben, im Theater besser in die Mangel nehmen, als mit Stücken, die im Hier und Jetzt entstehen, um über dieses Hier und Jetzt nachzudenken. Herzstück des Wochenendfestivals ist die "Lange nach der neuen Dramatik" am Samstag ab 18 Uhr in der Therese-Giehse-Halle. In szenischen Lesungen werden Texte mehrerer Nachwuchsautorinnen und -autoren vorgestellt, die diese in einer zweimonatigen Residenz an den Münchner Kammerspielen geschrieben haben. Anschließend wird der mit insgesamt zehntausend Euro dotierte Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik vergeben.

Längere Bindung an Autoren und Autorinnen

Förderung von neuer Dramatik, sagt Tobias Schuster, sei aber nicht nur eine Frage von Preisgeldern. Wichtig sei auch ein gewisse Treue zu zeitgenössischen Theaterautorinnen und -autoren: Der Preis mache möglich, was die Kammerspiele sich zum Ziel gesetzt haben, sich auch in einer Kontinuität mit den Autor*innen zu verbinden. "Wir haben immer wieder zeitgenössische Stücke nachgespielt, bieten aber auch einer Reihe von Dramatiker*innen eine Perspektive, über Jahre mit uns zusammen zu arbeiten und haben das auch in der Modell des Münchner Förderpreises einzufügen. So dass wir mit dem Münchner Förderpreis jetzt ein Modell haben, wo auch am Haus ein neues Stück entwickelt wird.

Sneak Preview für kommende Inszenierungen

So gesehen ist die "Lange Nacht der Neuen Dramatik" auch so eine Art Sneak-Preview für kommende Inszenierungen an den Münchner Kammerspielen, wenn das Theater die Zusammenarbeit mit einzelnen der jungen Autorinnen und Autoren aus dem Residenzprogramm fortspinnt. Zu den Autoren, den die Kammerspiele schon länger die Treue halten, zählt der Österreicher Thomas Köck. Texte von ihm sind Teil einer interaktiven Produktion zwischen Videospiel und Musiktheater, die morgen und übermorgen ebenfalls im Rahmen des Festivals "Neue Zeit, neue Dramatik" zu erleben ist. Titel: "Opera – A Future" .

Neue Zeit, neue Dramatik: Festival in den Münchner Kammerspielen

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