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Jim Morrison, 1968
© dpa-Bildfunk / Manfred Rehm

Autoren

Nicole Markwald
© dpa-Bildfunk / Manfred Rehm

Jim Morrison, 1968

Es gibt einen Radiosender in Los Angeles, der spielt an Regentagen immer dieses Lied: "Riders on the Storm". Hypnotisierende, wunderbare sieben Minuten lang. Der Song stammt vom sechsten Album von "The Doors", einer der einflussreichsten Bands der 60er-Jahre.

Mitbegründer der "Doors"

Jim Morrison war einer der beiden Gründer der "Doors" - 1965 in Venice, einem Stadtteil von Los Angeles. Dort ziert bis heute ein riesiges Porträt von ihm eine Hauswand. Morrison ist dort mit freiem Oberkörper zu sehen, schwarzer Hose, dunklen wuscheligen Haaren. Der Musiker gab sich exzentrisch, mysteriös, skandalös. Und er war das Sexsymbol der Hippie-Generation.

Philosoph statt Sexsymbol

Der Stempel gefiel ihm gar nicht, erzählt der ehemalige Tour-Manager der Band, Vince Treanor, in dem Dokumentarfilm "Die letzten 24 Stunden von Jim Morrison":

"Er wollte als Philosoph gesehen werden, als Lyriker. Seine Poesie einem Live-Publikum präsentieren und die Reaktionen aufsaugen." Tour-Manager Vince Treanor

Morrisons Bühnenauftritte mit den "Doors" waren legendär. Die Mischung aus Rock und Poesie zog die Massen an. Jim Morrison war süchtig nach Aufmerksamkeit und hatte gleichzeitig Probleme damit. Innerhalb von vier Jahren brachte die Band ganze sechs Alben heraus mit Hits wie "Break on Through (to the other side)" oder "Light My Fire".

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Eltern für tot erklärt

Jim Morrison war ein cleverer und guter Schüler, der aber früh rebellierte. Er rieb sich an seinem strengen Vater, einem Admiral. Für Morrison muss seine Kindheit so traumatisch gewesen sein, dass seine Eltern für ihn irgendwann gestorben waren. "Ich habe seinen Lebenslauf angeguckt, als wir den Vertrag unterschrieben haben", erzählte der frühere Plattenboss Steve Harris. "Da stand drin, seine Eltern seien tot. Ich habe das geglaubt."

Die, die ihn kannten, sagen: Jim Morrison hat schon mit 19 gesoffen. Mit dem Erfolgsdruck als Frontmann der "Doors" wurde es immer schlimmer. Morrison trank exzessiv und nahm Drogen, mit seiner Gesundheit ging es bergab.

Auch in Paris ging es bergab

Nach diversen Ausrastern, Zusammenbrüchen und Schwierigkeiten mit den Behörden setzte er sich nach Paris ab. Doch auch dort bekam er sein Leben nicht in den Griff. Er nahm zu, trank und feierte unaufhörlich. Am Morgen des 3. Juli 1971 starb er in der Badewanne seiner Pariser Wohnung mit gerade mal 27.

"Wenn Jim heute noch leben würde und so auftreten würde wie damals, würde jeder sagen: 'Jim, Du musst was machen. Du musst mit dem Saufen aufhören. Du brauchst eine Entziehungskur - sonst wirst Du sterben'", meint Ex-Tourmanager Treanor. Aber damals habe es einfach nur geheißen: "Ach, der Jim, der trinkt ein bisschen zu viel!"