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Tai Ji - Wie eine chinesische Kampfkunst innere Balance bringt | BR24

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Fließend und geschmeidig wie das Wasser sollen die Bewegungen im Tai Ji sein, einer chinesischen Kampfkunst. Hier geht es nicht um Kraft und Macht, sondern um die Harmonie im Körper, innere Stärke und Konzentration auf sich selbst.

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Tai Ji - Wie eine chinesische Kampfkunst innere Balance bringt

Fließend und geschmeidig wie das Wasser sollen die Bewegungen im Tai Ji sein, einer chinesischen Kampfkunst. Hier geht es nicht um Kraft und Macht, sondern um die Harmonie im Körper, die innere Stärke und Konzentration auf sich selbst.

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Was ist Tai Ji ?

Tajiquan oder auch Tai Ji ist in Europa mehr unter dem Namen Tai Chi bekannt. Es bezeichnet eine chinesische Kampfkunst, die im Kaiserreich China zur Nahkampf-Verteidigung entwickelt wurde. Heute wird Tai Ji von vielen Millionen Menschen auf der ganzen Welt praktiziert. In China wird es als Volkssport auf öffentlichen Plätzen und in Parks von Alt und Jung ausgeübt. Das liegt daran, dass das Schattenboxen, wie Tai Ji auch genannt wird, keine typische Kampfsportart ist, bei der es um Schnelligkeit und Kraft geht. Es handelt es sich vielmehr um eine Art Bewegungslehre, bei der die einzelnen Bewegungsabläufe langsam und konzentriert ausgeübt werden und nur die Muskeln angespannt werden sollten, die wirklich benötigt werden. Tai Ji wird überwiegend ohne Waffen ausgeübt. Fortgeschrittene und Lehrmeister setzen aber auch chinesische Schwerter, Säbel, Stöcke und Speere ein.

Das Qi - Alles ist im Fluss

Eine große Bedeutung bei der Ausübung der Bewegungsabläufe hat neben Ying und Yang vor allem das Qi - die innere Harmonie im Körper, die den Menschen in einen Energiefluss bringt.

"Die Chinesen sagen 'Himmel und Erde - Yang und Ying sollen ausgeglichen werden'. Und das findet dann im Taijiquan statt", erklärt Tai Ji Meister Andreas W Friedrich vom Institut Integrales Tai Ji Quan & Qi Gong in München: "Es gibt immer eine Ying-Bewegung, die empfängt, die aufnimmt, und eine abgebende, loslassende Yang-Bewegung. Dadurch geschieht der große Ausgleich, das Qi. Das entspricht der Harmonie im Körper - dem Qi, also energetisch, aber auch mental und emotional." In Europa ist das vergleichbar mit dem Flow, von dem viele Sportler sprechen, wenn sie nach einer gewissen Zeit ihre Sportart fast mühelos und ohne nachzudenken ausführen können.

Die innere Balance finden

Michèle Izzo hat so viel gearbeitet, bis ihr Körper nicht mehr mitgemacht hat. Sie bekam einen Herzinfarkt. Seither hat sie ihr Leben völlig verändert und einen Ort gefunden, an dem sie allen Stress loslassen kann. Im Institut von Andreas W Friedrich trainiert sie vier Mal in der Woche Tai Ji. „Das ist eine absolute Konzentration. Du bist nur hier und da, sonst kannst Du das nicht ausführen", sagt Michèle Izzo. "Obwohl es anstrengend ist, hast Du schon diesen Effekt, entspannt zu sein und ruhig zu sein. Es ist ganz seltsam, aber je mehr Du die Bewegung kannst, je mehr Du in der Sache bist, je mehr Du loslassen kannst und entspannt bist vom Körper, vom Geist - umso mehr hast Du diesen Effekt."

Das große Ziel des Tai Ji ist, die Balance von Ying und Yang im mentalen und im physischen Bereich zu erreichen. Das bedeutet, dass man auch Verstimmungen und Traurigkeit regulieren und ausbalancieren kann. "Je mehr man sich wohl fühlt in den Bewegungen, je mehr man die Abfolge kennt, ohne krampfhaft darüber nachdenken zu müssen - das ist ein Gefühl der Entspannung und der Ruhe. Es ist sofort spürbar“, sagt Michèle Izzo.

Mehr über die chinesische Kampfkunst Tai Ji erfahren Sie in STATIONEN am Mittwoch, den 12. Juni um 19 Uhr im BR Fernsehen und in der BR Mediathek.