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Vier besondere Ziele zum Tag des offenen Denkmals in Bayern | BR24

© Bayern 2

Tag des offenen Denkmals – Tipps für besondere Ziele in Bayern: Joana Ortmann im Gespräch mit Julie Metzdorf (kulturLeben).

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Vier besondere Ziele zum Tag des offenen Denkmals in Bayern

Am Sonntag, den 8. September, öffnen deutschlandweit wieder Hunderte von denkmalgeschützten Gebäuden ihre Türen. Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums lautet das Motto in diesem Jahr "Modern – Moderne – Umbrüche". Tipps für Bayern von Julie Metzdorf.

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Das Wort Denkmal erinnert an Traditionen, weil Denkmäler nun einmal meistens alt sind. Doch viele der heute unter Denkmalschutz stehenden Gebäude sind gar nicht auf traditionelle Bauweise entstanden, sondern auf Grundlage technischer Neuerungen. So zum Beispiel der Augsburger Glaspalast.

Augsburg: Ein Palast aus Glas

Gebaut wurde er 1909 für die "Spinnerei und Weberei Augsburg". Der Industrie-Architekt Philipp Jakob Manz galt damals als "Blitzarchitekt", denn er nutzte die noch junge Stahlskelettbauweise, die ein sehr schnelles Bauen ermöglichte. Die großflächige Verglasung brachte außerdem viel Tageslicht in die Fabrik. Mit den hohen Türmen war auch dem Repräsentationsbedürfnis der stolzen Textilstadt Genüge getan.

Geöffnet 11:00 bis 18:00 Uhr, Führung: 13:00 Uhr, Treffpunkt im Eingangsbereich des Glaspalastes.

© Archiv Bezirk Niederbayern

Vierseithof Denharten

Denharten: Ein Vierseithof aus blanken Ziegeln

Das Motto "Umbrüche" kann sich aber auch auf die Gesellschaft beziehen: So werden heute viele Bauernhöfe nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. Ihre Architektur dennoch zu bewahren, ist eine große Herausforderung der Denkmalpflege.

Ein Rottaler Vierseithof in Denharten bei Tann zwischen Marktl und Eggenfelden steht exemplarisch für die Rolle des privaten Engagements in der Denkmalpflege. Der stattliche Hof aus der Zeit um 1850 ist in Blankziegelbauweise errichtet. Ein Architekt erwarb den Hof in desolatem Zustand und richtete ihn in jahrelanger Arbeit wieder her. 2016 wurde der Hof mit dem Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung ausgezeichnet.

Am Sonntag kann das Gelände von 14:00 bis 18:00 Uhr besichtigt werden, für Kaffee und Kuchen ist gesorgt.

© BR / Bayerisches Staatsbad Bad Steben GmbH

Evangelische Lutherkirche in Bad Steben

Bad Steben: Eine Kirche mit Betondecke

Hochmodern waren zu ihrer Entstehung auch einige Kirchen in Bayern, beispielsweise die Lutherkirche in Bad Steben in Oberfranken. Errichtet ab 1908 ist sie eine der ersten Kirchen in Deutschland, bei denen in großem Maße Eisenbeton als Sichtbeton verwendet wurde.

Eisenbeton war damals ein ganz neuer Baustoff, der besonders billig war. Allerdings würde man so etwas von außen nie vermuten, das Äußere der Kirche ist in einem kleinteiligen Heimatstil gebaut, es gibt ein Schopfwalmdach und die Wände sind teilweise mit Schiefer bedeckt. Das Kircheninnere ist im Jugendstil gehalten und erinnert gleichzeitig an romanisch-byzantinische Räume, ein Apsismosaik zeigt den auferstandenen Christus.

Zum Tag des offenen Denkmals führt ab 11:00 Uhr führt der Pfarrer der Gemeinde durch die Kirche.

© Peter Popp

Eingang zum Stollen der Grube "Wilhelmine"

Sommerkahl: Kupferbergwerk "Grube Wilhelmine"

Umwälzungen ganz anderer Art vollziehen sich gerade in der Grube "Wilhelmine" in Sommerkahl nördlich von Aschaffenburg. Das Kupferbergwerk war von 1870 bis 1922 in Betrieb, dann musste es schließen, weil es nicht rentabel genug war.

Das Wasser im Berg wäscht nun das Kupfer langsam aus, es setzt sich an der Oberfläche des Felsens fest und oxidiert dort mit Sauerstoff zu grünem Malachit und blauem Azurit. An manchen Stellen hat sich auch Kalk wie Zuckerguss über die bunten Wände gelegt. 500 Meter geht es in den Berg hinein, festes Schuhwerk ist unbedingt erforderlich, Helme gibt es vor Ort. Achtung: In der Mine herrschen konstant 9 Grad, Kinder dürfen erst ab 5 Jahren hinein. Zum Erhalt des Bergwerks kostet die Begehung 5 Euro, alle anderen Angebote am Tag des offenen Denkmals sind kostenfrei.

Die Grube Wilhelmine ist am 8. September von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet, die Führungen finden alle 20 Minuten statt, eine Voranmeldung ist nicht nötig.

Informationen zum deutschlandweiten Tag des offenen Denkmals am Sonntag, den 8. September 2019 finden Sie hier.

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Auch Gebäude jüngeren Baudatums könne Denkmäler sein, so etwa das Schulzentrum an der Quiddestraße in München.