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Tag der offenen Moschee - wegen Corona nicht überall | BR24

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Moschee in Penzberg

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    Tag der offenen Moschee - wegen Corona nicht überall

    Am 3. Oktober veranstalten die muslimischen Gemeinschaften in Deutschland traditionell den Tag der offenen Moschee. Eine Art Tag der offenen Tür für ihre Gotteshäuser. Der gesellige Teil fällt heuer in den Moscheegemeinden allerdings aus.

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    Von
    • Antje Dechert

    "Glauben in außergewöhnlichen Zeiten" lautet in diesem Jahr bayernweit das Motto des Tags der offenen Moschee. Denn die Corona-Pandemie und das Gebot zur sozialen Distanz haben das Glaubensleben verändert – nicht nur von Muslimen. Der Tag der offenen Moschee soll deshalb eine Gelegenheit für Menschen aller Religionen sein, sich darüber auszutauschen, sagt die Vizedirektorin der Islamischen Gemeinde Penzberg Gönül Yerli.

    "Wie heißt es so schön, in jeder Krise liegt auch eine Chance. Gerade die Glaubensgemeinschaften sollten die Krise dazu nutzen, um über ihren eigenen Tellerrand zu schauen. Das kann auch zusammenschweißen, weil wir alle gerade in dieser Pandemie gesehen haben, dass wir alle herausgefordert sind und auch alle irgendwie kreativ werden müssen." Gönül Yerli, Vizedirektorin Islamische Gemeinde Penzberg

    Buffet fällt kleiner aus

    Kreativität war in vielen muslimischen Gemeinden auch bei der Organisation des Begegnungstags unter Pandemie-Bedingungen gefragt. Statt des üblichen, üppigen Buffets bietet etwa die Penzberger Gemeinde ihren Besuchern Sesamkringel und Tee an. Führungen gibt es nur in Kleingruppen und unter den üblichen Hygienevorschriften.

    Bayernweit nehmen heuer deutlich weniger islamische Gemeinden am Tag der Offenen Moschee teil, als in den vorherigen Jahren. Denn vielerorts verfügen sie nicht über ausreichend große Räumlichkeiten. "Für die kleineren Moscheen ist es bei zusätzlichen Besuchern schwierig, die Beschränkungen einzuhalten. Sie möchten keine Infektionsketten auslösen", sagte der Geschäftsführer der Ditib-Südbayern, Aykan Inan, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

    Zentrale Veranstaltungen statt offene Moscheen

    Die DITIB-Landesverbände für Nord- und Südbayern bieten deshalb jeweils eine zentrale Veranstaltung in Nürnberg und München an, für geladene Gäste aus Politik und Gesellschaft. Führungen fänden ansonsten nur in größeren DITIB-Gemeinden statt, so Inan. Interessierte müssen sich dafür vorher anmelden. Der Tag der offenen Moschee findet seit 1997 jährlich am am Tag der Deutschen Einheit statt.

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