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Schweigemarsch für Diakoninnenweihe und gegen Priestermangel | BR24

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Nicht nur Frauen wollen, dass sich die katholische Kirche endlich in der "Frauenfrage" bewegt. In München sind über 100 Frauen und Männer dafür in einem Schweigemarsch auf die Straße gegangen. Es geht um Gleichberechtigung und den Priestermangel.

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Schweigemarsch für Diakoninnenweihe und gegen Priestermangel

Nicht nur Frauen wollen, dass sich die katholische Kirche endlich in der "Frauenfrage" bewegt. In München sind über 100 Frauen und Männer dafür auf die Straße gegangen. Es geht um Gleichberechtigung und den Priestermangel.

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Nicht nur katholische Frauen, auch viele männliche Gläubige, Nonnen genauso wie Vertreter der Jugendverbände. Mehr als 100 Menschen zogen am Montag in München schweigend von der Kirche St. Michael in der Fußgängerzone zur Frauenkirche, um für die Zulassung von Frauen zum Diakonat in der katholischen Kirche zu demonstrieren. Mit dem jährlichen Tag der Diakonin am 29. April setzen sich Katholiken für die Gleichberechtigung von Frauen in der katholischen Kirche ein und für die Zulassung von Frauen zu Weiheämtern.

Katholikinnen aller Generationen fordern Zugang zu Weiheämtern

"Kirche zukunftsfähig machen", so lautete das Motto des Katholischen Deutschen Frauenbunds, eines der Veranstalter. Es sei höchste Zeit, dass Frauen in der katholischen Kirche ähnlich wie in anderen Kirchen offiziell seelsorgerische Aufgaben übernehmen dürfen, meint Stefanie von Luttitz vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend. Jungen Frauen sei die Verweigerung von Weiheämtern für Frauen nur noch schwer zu vermitteln.

"Unsere Generation ist nicht zum Gehorsam erzogen worden, sondern zum kritischen und neuen Denken. Es muss etwas passieren. Es kann nicht so weitergehen. Darum wird es allerhöchste Zeit, dass hier ein Richtungswechsel kommt. Da muss ein Umdenken her. Ganz dringend" Stefanie von Luttitz, BDKJ

Wenn Frauen nicht zum Zuge kommen, fehle einfach ein Teil der Kirche, findet Schwester Karolina, Ordensschwester bei den Missionarinnen Christi. Ihr geht es um mehr als den Diakonat der Frau. Denn im seelsorgerischen Bereich, in der Krankenpflege, Altenpflege und mit Flüchtlingen arbeiten die Frauen – gerade auch ihre Mitordensschwestern - sowieso schon, erklärt die Missionarin Christi.

"Wir glauben, dass Frauen wichtig sind in allen Ämtern der Kirche, auch in der Leitung, auch als Priesterinnen. Ich selbst, ich wäre gerne Dorfpfarrerin." Schwester Karolina, Missionarin Christi

Der Priestermangel ist nur ein Grund, warum sich seit 1997 Katholiken für die Zulassung von Frauen zum kirchlichen Amt des Diakons einsetzen. Es gehe vor allem um Gleichberechtigung, betont Schwester Karolina. "Frauen dürfen ja nicht einmal predigen", empört sie sich. "Gerade jetzt nach dem Missbrauchsskandal müssen Frauen überall eingebunden werden in alle Entscheidungen. Wir sind alle gleich in Christus."

Zentralkomitee-Vize: Es geht um die Glaubwürdigkeit der Kirche

Die Weihe von Frauen zu Diakoninnen wäre der erste "der notwendige erste Schritt zu einer glaubwürdigen Kirche" betonte auch die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Claudia Lücking-Michel, bei der zentralen Veranstaltung des bundesweiten Aktionstages am Montagabend in Mainz. Die Zulassung von Frauen als Dikoninnen sei eine Überlebensfrage für die katholische Kirche. Elfriede Schießleder vom Landeskomitee der Katholiken sieht das genau so.

"Es ist eine Minute vor zwölf. Es braucht eine Entscheidung in einer Lage, in der die Kirche in höchster Not ist. Und die Kirche macht nichts. Die Hierarchien bleibt bei den alten Modellen." Elfriede Schießleder, Landeskomitee der Katholiken.

Der Tag der Diakonin wird jedes Jahr am 29. April begangen. Am Festtag der heiligen Katharina von Siena. Das Amt des Diakons ist eines der ältesten der Kirche und anders als in den evangelischen Landeskirchen in der katholischen Kirche ausschließlich Männern vorbehalten. Diakone dürfen taufen, verheiraten, beerdigen und predigen, aber nicht die Messfeier leiten oder die Beichte hören.

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Zwei Demonstrantinnen mit einem Plakat

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Zwei Frauen halten ein Plakat mit der Aufschrift "Für den Diakonat der Frau - jetzt!

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Die rund 100 Frauen und Männer beim Schweigemarsch