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Synodaler Weg fordert Transparenz im Erzbistum Köln | BR24

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Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat eingeräumt, Fehler gemacht zu haben.

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Synodaler Weg fordert Transparenz im Erzbistum Köln

Die nicht veröffentlichte Missbrauchsstudie im Erzbistum Köln ist auch Thema beim "Synodalen Weg". Das Präsidium des Reformprojekts hat eine "umfassende Aufarbeitung" gefordert. Und: Ein Rücktritt von Verantwortlichen könne kein Tabu sein.

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  • BR24 Redaktion

Das Präsidium des kirchlichen Reformprojekts Synodaler Weg hat sich empört über die Vorgänge im Erzbistum Köln um die Aufarbeitung früherer Missbrauchsfälle geäußert. In einer am Donnerstag bekannt gewordenen Erklärung mit dem Titel "Transparenz und Verantwortung" heißt es: "Die Vorgänge im Erzbistum Köln um die Bestellung, Nichtveröffentlichung und Neuvergabe von Gutachten haben dazu geführt, dass Viele am Willen kirchlicher Autoritäten zu vorbehaltloser Aufklärung zweifeln." Und weiter heißt es: "Es sind erhebliche Irritationen entstanden und es ist ein Verlust an Vertrauen eingetreten, der nur schwer wieder behoben werden kann."

Präsidium fordert umfassende Aufarbeitung

Dem Präsidium gehören unter anderem der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, an. Der Synodale Weg tagt am Donnerstag und Freitag digital.

In der Erklärung des Präsidiums, die kurz vor Beginn der Online-Konferenz bekannt wurde, schreiben die Verfasser auch, dass alle Leitungsverantwortlichen in der Kirche zu einer "umfassenden juristischen, historischen, ethischen und theologischen Aufarbeitung" der Missbrauchsfälle verpflichtet seien. Strukturen, die Vertuschung ermöglicht hätten, müssten aufgedeckt und beseitigt, die Namen der Verantwortlichen genannt und die Ergebnisse der Untersuchungen öffentlich gemacht werden.

Rücktritt der Verantwortlichen "kein Tabu"

Zu einem möglichen Rücktritt des Kölner Kardinals Woelki schreibt das Präsidium: "Alle, die in der Kirche Leitung ausüben, müssen die Konsequenzen tragen und sie gegebenenfalls auch selbst ziehen, wenn sie im Umgang mit Missbrauch Recht gebrochen, Pflichten verletzt oder gravierende Fehlentscheidungen getroffen haben. Dabei kann auch ein Rücktritt kein Tabu sein."

Kardinal Woelki räumt ein, "Vertrauen verspielt zu haben"

Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki, der wegen seines Umgangs mit der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen massiv in der Kritik steht, hat am Donnerstag in einem Zeitungsinterview erstmals Fehler eingeräumt: "Wir haben Fehler gemacht, wir haben Vertrauen verspielt, ich verstehe die Ungeduld", so Woelki. Die Veröffentlichung des Gutachtens der Münchner Kanzlei Westphal Spilker Wastl, die vehement gefordert wird, lehnte er jedoch unter Verweis auf juristische Bedenken weiterhin ab. Stattdessen kündigte er an, am 18. März ein neues Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsfällen vorzulegen.

Diskussion über Frauenpriestertum

Beim Synodalen Weg werden in unterschiedlichen Foren Reformvorschläge zu den Themen Macht, Zölibat, Sexualmoral und Rolle der Frau erarbeitet. Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße, Mitglied des Frauenforums, sprach sich im Vorfeld der Digitalkonferenz für eine ergebnisoffene Diskussion über die Frage eines Frauenpriestertums aus. "Es hat in der katholischen Kirche immer eine Weiterentwicklung der Lehre gegeben. Und deswegen sollten wir das auch hier nicht von vornherein ausschließen", sagte er in einem Zeitungsinterview. Eine Entscheidung zu diesem Thema könne aber "nur auf Weltebene" getroffen werden.

Bischof Voderholzer sieht Verfahrensfehler

Zu Wort meldete sich auch der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. Er sieht Verfahrensfehler in der coronabedingten Online-Fortsetzung des Synodalen Wegs. In einem Brief, der seit Donnerstag auf der Bistumsseite steht, kritisiert er, die Online-Konferenz sei nicht in der Satzung des Synodalen Wegs definiert. Er habe den Eindruck, dass dies ausgenutzt werde, schreibt Voderholzer. Der Regensburger Bischof vermutet, das Präsidium wolle seinen Handlungsspielraum vergrößern.

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Der Synodale Weg tagt derzeit online. Das Forum von Geistlichen und Laien diskutiert über Reformen in der katholischen Kirche.

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