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Studie zur Filmbranche: Diskriminierung (fast) überall | BR24

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In der Filmbranche nach wie vor benachteiligt: Frauen.

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    Studie zur Filmbranche: Diskriminierung (fast) überall

    #MeToo-Debatte, Weinstein-Skandal, der Fall Dieter Wedel - die Filmwelt war in den vergangenen Jahren im Fokus von Sexismus-Debatten. Eine neue Umfrage zeigt nun: Die Branche ist durchzogen von struktureller Benachteiligung, Rassismus und Sexismus.

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    Von
    • BR24 Kultur

    Eine Umfrage der Initiative "Vielfalt im Film" unter rund 6.000 Filmschaffenden offenbart Diskriminierung und Rassismus in der deutschen Filmbranche. Der Studie zufolge gaben mehr als 1.600 der Befragten an, in den vergangenen zwei Jahren Diskriminierungserfahrungen gemacht zu haben. Befragt wurden die Teilnehmenden über die Branchen-Plattform Crew United, die neben der zivilgesellschaftlichen Organisation Citizens for Europe und dem Bundesverband Regie als Träger der Studie fungierte

    81 Prozent der befragten heterosexuellen Frauen gaben an, innerhalb der Branche sexuell belästigt worden zu sein. Benachteiligung erfuhren die Befragten neben ihrem Geschlecht vor allem aufgrund ihres Alters, rassistischer Stereotype, ihres Körpergewichts, der sexuellen Orientierung oder einer Behinderung.

    Diskriminierung beginnt noch vor dem Dreh

    Dabei erlebten die Betroffenen die Diskriminierung überwiegend noch vor den eigentlichen Dreharbeiten, etwa beim Casting. Die Probleme seien struktureller Art, sagte Deniz Yildirim, wissenschaftliche Leiterin in der Nichtregierungsorganisation Citizens for Europe, die die Studie erstellte.

    Das Bündnis "Vielfalt im Film" wird von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gefördert. Dessen kommissarischer Leiter Bernhard Franke schlug unter anderem Verhaltenskodizes für Produktionen und ein effektives Beschwerdemanagement vor. Etwa achtzig Prozent der Befragten wünschen sich zur Bekämpfung der Probleme Workshops und konkrete Verhaltensregeln. Zudem müssten die entscheidenden Personen sensibilisiert werde. "Wir leben in einer vielfältigen Gesellschaft - diesem Wandel muss sich die Filmbranche stellen", sagte Franke.

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