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Alvis Hermanis inszeniert die "Die Liebe der Danae"

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    Strauss' "Die Liebe der Danae": Märchenstunde in Pluderhosen

    Gott Jupiter als Führerfigur, König Midas als Eselstreiber - Richard Strauss’ späte Oper "Die Liebe der Danae" erlebte ihre Generalprobe in Salzburg 1944. Der Lette Alvis Hermanis inszenierte sie für die Salzburger Festspiele neu. Von Sven Ricklefs

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    Ein solches Kostümfest wie bei dieser "Liebe der Danae" hat man schon lange nicht mehr gesehen. Und so eine lupenreine Märchenstunde auch nicht. Dabei bekam man das, was der lettische Regisseur Alvis Hermanis angekündigt hatte in einem seiner Interviews, in denen er sich stolz als konservativer Künstler feiert.

    Clash von Orient und Okzident

    In Richard Strauss' "Heiterer Mythologie in drei Akten" betonte er zwar ausgerechnet den Tatort Syrien, allerdings nur, um den Clash von Orient und Okzident ästhetisch so richtig schön feiern zu können. Denn wenn sich die schöne Danae entscheiden muss zwischen dem König Midas mit seinem Händchen, das alles zu Gold verwandelt, und dem Gott Jupiter - dann entscheidet sie sich schließlich für den Menschen Midas. Und der muss zur Strafe dafür, dass er sich mit einem Gott angelegt hat, wieder zurück auf Los. Einmal Eselstreiber wieder Eselstreiber.

    Raumschiff aus 1001 Nacht?

    Es ist, als sei ein Raumschiff aus 1001 Nacht über der Breitwandbühne des großen Festspielhauses in Salzburg niedergegangen. Fast alle sind aufgepludert in buntesten Ballonhosen und ausstaffiert mit riesigen kugeligen Turbanen. Die Bühne hängt voller Teppiche, und der Gott lässt Goldornamente regnen, um die die goldgeflitterte Danae gefügig zu machen.

    Ein Regisseur verliert sich

    Zudem trifft sie auch noch auf die heftigste Opernkonvention in der Darstellung. Nur gut, dass die Pracht zumindest im Orchestergraben und auch in den Kehlen stattfindet. Franz Welser-Möst lässt zusammen mit den Wiener Philharmonikern die oftmals unterschätzte Strauss’sche Partitur in all ihrem Nuancenspektrum erstrahlen. Und wenn Krassimira Stoyanova als Danae und Tomasz Konieczny als Jupiter wie auf leichten Füßen durch ihre komplexen Partien gleiten, dann ist das eine Wonne zu hören. Man vergisst beinahe, dass da ein ehedem respektabler Regisseur auf dem besten Weg ist, sich künstlerisch zu verlieren.