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Stiller Feiertag: Was ist der Totensonntag? | BR24

© Antje Dechert/BR24

Erster Totensonntag nach Beginn der Coronakrise

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Stiller Feiertag: Was ist der Totensonntag?

Der November ist der Monat, in dem in den christlichen Kirchen konfessionsübergreifend der Toten des Jahres gedacht wird. Bei den Katholiken an Allerheiligen oder Allerseelen, bei den Protestanten am Totensonntag, am Sonntag vor dem ersten Advent.

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Seit 1816 ist der letzte Sonntag des Kirchenjahres in der evangelischen Kirche offiziell der Tag des Totengedenkens - Totensonntag oder Ewigkeitssonntag wird er genannt. "Wir glauben daran, dass die Verstorbenen in der Ewigkeit bei Gott aufgehoben sind", sagt Johannes Minkus, Kirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Die Menschen sollen sich an diesem Sonntag daran erinnern, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Symbolisch daher auch, dass eine Woche später das Kirchenjahr mit dem Adventssonntag neu beginnt.

Seit wann gibt es den Totensonntag?

Friedrich Wilhelm III. von Preußen ernannte 1816 durch Kabinettsorder den Totensonntag offiziell zum Feiertag. Wahrscheinlich spielten die verlustreichen Befreiungskriege (1813-1815) und auch seine persönliche Trauer um die 1810 verstorbene Königin Luise eine Rolle. Später wurde der Gedenktag auch von anderen evangelischen Kirchen außerhalb Preußens übernommen.

Was ist ein stiller Feiertag?

Der Totensonntag ist kein gesetzlicher Feiertag - er fällt ja sowieso auf einen Sonntag. Aber er ist ein stiller Feiertag. Das bedeutet, Partys, Konzerte und andere Veranstaltungen, die "nicht dem ernsten Charakter dieser Tage entsprechen", sind verboten.

Wer das Verbot missachtet, dem droht in Bayern ein Bußgeld. Andere stille Feiertage sind im Freistaat Aschermittwoch, Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Allerheiligen, der Volkstrauertag, der Buß- und Bettag und auch Heiligabend.

Wie wird der Totensonntag begangen?

In evangelischen Kirchen in ganz Deutschland gibt es Gottesdienste mit Totengedenken. Oft werden die Namen der in den vergangenen zwölf Monaten Verstorbenen vorgelesen und Kerzen angezündet. Manche gehen an die Gräber ihrer Verstorbenen, sprechen dort Gebete und richten die Grabstellen her, so wie viele Katholiken es um Allerheiligen machen.

Auch online gibt es seit ein paar Jahren Angebote. Auf der Seite trauernetz.de der evangelischen Kirche, können sich Angehörige in einem Chat-Gottesdienst an ihre Toten erinnern und sie in ein digitales Trauerbuch eintragen.

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