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Mehr als nur Schule: Endlich mehr Platz in der SchlaU-Schule | BR24

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Neues Schulgebäude der SchlaU-Schule im Jungen Quartier Obersendling in München

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    Mehr als nur Schule: Endlich mehr Platz in der SchlaU-Schule

    Sie ist ein Sprungbrett ins Berufsleben für junge Geflüchtete: Die SchlaU-Schule in München. Mit Unterstützung der STERNSTUNDEN gibt es jetzt für die über 300 Schüler neue Klassenzimmer. Eine Schule, die für die Schüler, mehr als nur Schule ist.

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    Kelvin ist einer von mehr als 300 jungen Geflüchteten, die die SchlaU-Schule in München besuchen. In dieser Einrichtung werden junge Leute unterrichtet, die noch nicht am normalen Unterricht teilnehmen können. Das hat unterschiedliche Gründe – eines haben allerdings alle gemeinsam: sie sind aus ihrer Heimat geflohen. Kelvin ist dankbar, dass er in München ist. Hier hat er seine Mutter getroffen – sie hat Nigeria verlassen, als er acht Monate alt war.

    Mehr als zwei Drittel der Jugendliche sind schwer depressiv

    In der SchlaU-Schule werden nicht nur Lehrkräfte eingesetzt, sondern auch Psychologen und Sozialpädagogen. Mehr als zwei Drittel der Jugendlichen hier sind schwer depressiv, sie haben wenig Antrieb und können ihren Alltag nur mit Unterstützung bewältigen.

    Unsere Schüler sind alle aus irgendwelchen Kriegsgebieten, Krisengebieten geflohen. Die waren teilweise zwei Jahre unterwegs, in den Bergen und auf dem Wasser. Und kommen hier an, und viele sind schwer traumatisiert. Miriam Herrmann, SchlaU-Schule

    In bis zu 20 Klassen werden die jungen Flüchtlinge analog zum Kernfächerkanon der bayerischen Mittelschulen unterrichtet.Ziel ist der Schulabschluss. Die gezielte und individuelle Förderung soll außerdem eine Möglichkeit sein, in das Regelschul- und Ausbildungssystem einzusteigen und ein Sprungbrett für einen Übergang in das Berufsleben. Mit der 2016 gegründeten SchlaU-Werkstatt für Migrationspädagogik sollen Fortbildungsangebote konzipiert und Unterrichtsmaterialien für Geflüchtete entwickelt werden.

    Neues Schulgebäude in München-Obersendling

    Die bisherigen Räume der SchlaU-Schule befanden sich im Münchner Bahnhofsviertel. Es waren schwierige Bedingungen: es war laut, es fehlten Aufenthaltsräume und die Möglichkeit für Einzelarbeit. Zudem wurden die Jugendlichen auf dem Weg zur Schule immer wieder von der Polizei angehalten und durchsucht. Der Gründer der SchlaU-Schule, der Trägerkreis Junge Flüchtlinge e.V., freut sich sehr, dass die neuen Schulräume im Jungen Quartier Obersendling nun fertig gestellt sind.

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    Miriam Herrmann von der SchlaU-Schule

    Die Lehrerin Miriam Hermann spürt einen gewaltigen Stimmungsumschwung, seit alle in die neue Schule umgezogen sind.

    Es ist so ein Riesen-Unterschied. Es ist viel bessere konzentrierte Atmosphäre in den Räumen, weil es größer ist, die Akustik ist besser. Ich meine, jetzt ist es seit kurzem wirklich kalt, aber wir haben ja noch wochenlang alle Fenster auf gehabt. Die Luft ist gut, es kommt kein Lärm rein, sondern es kommt gute Luft rein ohne Autolärm. Und es ist unglaublich - ich hätte nicht gedacht, was das ausmacht an der Konzentration bei den Schülern und ganz ehrlich auch bei mir.

    Noch fehlen Möbel und Ausstattung - doch all das kommt noch, bezahlt mit Spenden von STERNSTUNDEN. Bereits jetzt lässt das neue Gebäude viel Raum für Eigeninitiative. Hier können Kelvin und andere Jugendliche ihre Talente und Fähigkeiten entdecken und ausbauen. Die meisten hier träumen von einem Schulabschluss, einer Lehre und einer Arbeit – Wünsche, die mit der Hilfe der Sternstunden greifbarer werden.

    Diese und andere Sternstunden-Geschichten sehen Sie in STATIONEN, am 11. Dezember 2019 um 19.00 Uhr im BR-Fernsehen oder in der BR-Mediathek.