BR24 Logo
BR24 Logo
BR24

Stereo-Total-Sängerin Francoise Cactus ist tot | BR24

© picture-alliance/dpa

Stereo-Total-Sängerin Francoise Cactus

Per Mail sharen

    Stereo-Total-Sängerin Francoise Cactus ist tot

    Die Künstlerin und Musikerin Françoise Cactus ist tot. Die Sängerin der Band Stereo Total starb am Mittwoch nach langer Krankheit in ihrer Wahlheimat Berlin. Sie wurde 57 Jahre alt.

    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Kultur

    Sie war die Stimme von Stereo Total, hat sich mit Songs wie "Liebe zu dritt" ins Gedächtnis der Popgemeinde gesungen – auch dank ihres wunderbaren französischen Akzents. Nun ist die Musikerin Françoise Cactus in ihrer Wahlheimat Berlin gestorben, wie ihr Management bestätigte. Zuvor hatte der RBB-Sender Radio Eins über den Tod berichtet. Dort hatte Cactus als Moderatorin gearbeitet.

    Die 1964 als Françoise van Hove im französischen Villeneuve-l'Archevêque geborene Cactus kam Mitte der 80er-Jahre nach Berlin. Hier war sie zunächst als Musikerin bei der Rockband Lolitas aktiv. Bekannt wurde sie dann vor allem als Sängerin und Schlagzeugerin der Band Stereo Total, deren letztes Album 2019 erschien.

    Die auch in der Punk-Szene aktive Synthiepop-Formation legte sich ein hartes Regelwerk auf. Kein Instrument durfte teurer sein als 50 Mark (heute gut 25 Euro), Virtuosität sollte "unbedingt vermieden werden", Texte waren erlaubt in jeder Sprache – "außer Englisch". Zudem durfte nichts dem "Zeitgeschmack" entsprechen, alles musste "den technischen Standard unterschreiten".

    Teils kontroverse Kunst

    2004 sorgte Cactus mit einer Gruppe von internationalen Künstlern für Aufregung: Der gemeinsamen Ausstellung "When Love Turns to Poison" wurde die Darstellung von Kinderpornografie vorgeworfen. Zu sehen waren eine große, nackte Strickpuppe von Cactus, aber auch Fotos und Video-Installationen anderer Künstler, die Kinder in obszönen Posen darstellen. Thematisiert und kritisiert werden sollte damit das Rollenbild der Frau, die Darstellung sexueller Wünsche oder tabuisierter sexueller Praktiken.

    Auch als Autorin war Cactus aktiv. Erzählungen von ihr sind etwa in dem Band "Neurosen zum Valentinstag" zusammengefasst, mit "Zitterparties" legte sie einen Jugendroman vor. Die Vorgänge um die umstrittene Kunstausstellung arbeitete sie gemeinsam mit Wolfgang Müller in "Wollita. Vom Wollknäuel zum Superstar" auf.

    Unter Verwendung von dpa-Material

    Verpassen war gestern, der BR Kultur-Newsletter ist heute: Einmal die Woche mit Kultur-Sendungen und -Podcasts, aktuellen Debatten und großen Kulturdokumentationen. Hier geht's zur Anmeldung!