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Star-Regisseur Kirill Serebrennikow schuldig gesprochen | BR24

© picture alliance/Gavriil Grigorov/TASS/dpa

Kirill Serebrennikow gilt als Russlands bekanntester Regisseur – ein Moskauer Gericht hat ihn wegen unterschlagener Fördergelder verurteilt.

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    Star-Regisseur Kirill Serebrennikow schuldig gesprochen

    Der Fall Serebrennikow beschäftigt die russische Justiz und auch die internationale Kunstwelt schon seit rund drei Jahren. Dem international gefeierten Regisseur wurde Veruntreuung vorgeworfen. Jetzt ist das Urteil gefallen.

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    Das Verfahren gilt als Schauprozess gegen Russlands liberale Kunstszene: Am Vormittag hat ein Moskauer Gericht Russlands bekanntesten Regisseur Kirill Serebrennikow jetzt verurteilt. Das Strafmaß gab der Richter noch nicht bekannt. Der 50-Jährige wurde wegen Veruntreuung von Fördergeldern schuldig gesprochen, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft beantragt.

    Vor der Urteilsverkündung hatten zahlreiche russische Künstler Videos veröffentlicht, in denen sie das ungerechte Justizsystem anprangern. Heute hatten sich an die 400 Menschen, darunter viele Schauspieler, Sänger und Kulturschaffende, vor dem Gerichtsgebäude in Moskau versammelt und Serebrennikow mit Beifall begrüßt. Viele trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Free Kirill!".

    Der russische Sender Echo Moskwy berichtet im Internet live über die Urteilsverkündung. In der Sendung meldete sich unter anderem der Kunstexperte Marat Gelman zu Wort – Gelman selbst ist wegen der schwierigen Lage der Kultur in Russland ausgewandert. Er erklärte, Serebrennikow habe sich Feinde im Kreml gemacht, bereichert habe er sich aber nie. Der Theatermacher soll 129 Millionen Rubel (1,6 Millionen Euro) unterschlagen haben.

    Der Starregisseur übt in seinen Filmen und Theateraufführungen immer wieder auch Gesellschaftskritik. In seinem Schlusswort am Montag beteuerte er noch einmal seine Unschuld und hob hervor, dass in dem Verfahren keine Beweise vorgelegt worden seien. Außerdem hatten ihn Sachverständige in einem Gutachten entlastet. Allerdings räumte er auch ein, dass die Buchhaltung seines Theaters schrecklich organisiert gewesen sei. Von Buchhaltung und Finanzen verstehe er aber leider nichts, dafür gebe es Experten. In dem umstrittenen Verfahren hatte eine Buchhalterin gegen Serebrennikow ausgesagt und ihn belastet. Ihr Fall wird in einem getrennten Verfahren behandelt.

    Zahlreiche internationale Solidaritätsbekundungen

    Mit Serebrennikow standen auch seine KollegInnen Sofja Apfelbaum, Alexej Malobrodski und Juri Itin vor Gericht. Die Ermittlungen gegen das Team liefen seit dem Sommer 2017, der Fall sorgte immer wieder für Schlagzeilen und Proteste – auch im Ausland. Kanzlerin Angela Merkel und internationale Stars hatten sich für den Filme- und Theatermacher eingesetzt. In Deutschland gab es im Internet Solidaritätsbekundungen unter dem Schlagwort #freekirill. In Russland unterzeichneten tausende Kulturschaffende einen Unterstützerbrief für ihn. Dieser Druck führte immerhin dazu, dass der Regisseur im vergangenen Jahr mit Einschränkungen wieder auf freien Fuß kam – nach mehr als anderthalb Jahren im Hausarrest.

    Serebrennikow leitet in Moskau das populäre Theater Gogol-Zentrum. Er inszenierte aber auch in Berlin, Stuttgart und Hamburg – allerdings konnte er dabei oft nicht anwesend sein, weil er im Hausarrest saß und auch nach seiner Freilassung nicht reisen durfte.

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