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Stage Entertainment: In diesem Jahr keine Musicals mehr | BR24

© Deen van Meer/Stage Entertainment

Verschoben auf Herbst 2021: Disneys "Eiskönigin"

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    Stage Entertainment: In diesem Jahr keine Musicals mehr

    Außer "Küssen und Beißen" ist auf der Bühne wieder alles erlaubt - doch die Begrenzung der Zuschauerzahlen zwingt Deutschlands größten Musical-Veranstalter dazu, sämtliche Spielstätten geschlossen zu halten. Erst im kommenden Jahr winken Premieren.

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    Es lohnt sich immer noch nicht für die Stage Entertainment: Solange deutschlandweit weniger als 1000 Sitzplätze pro Vorstellung verkauft werden können, ist der Hamburger Musical-Veranstalter lahm gelegt. Alle Aufführungen wären defizitär, heißt es, und mit wesentlichen Lockerungen sei in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen. Also entfällt das ansonsten wichtige Weihnachtsgeschäft und alle Produktionen sind auf 2021 verschoben. Geschäftsführerin Uschi Neuss: "Wir sind bestens vorbereitet, wieder loszulegen, sobald wir dazu in die Lage versetzt werden, denn eine der größten Hürden für den Neustart von Stage Entertainment Musicals und Shows seit der Corona-bedingten Schließung aller Theater ist aus dem Weg geschafft: Die Künstler dürfen auf der Bühne in den Original-Inszenierungen agieren - nur Küssen und Beißen ist nicht erlaubt!"

    © Matrix Pictures

    Da war die Welt noch in Ordnung: Cameron Mackintosh im Januar 2020

    Das klingt nicht ganz so verzweifelt und alarmistisch wie das, was Erfolgskomponist und Musical-Unternehmer Andrew Lloyd Webber kürzlich dem britischen Unterhaus mitteilte. Demnach ist schon bald "keine Rückkehr" mehr zu den alten Strukturen möglich und das Londoner West End am Ende. Auch Cameron Mackintosh, ein weiterer Großunternehmer der Branche, hatte sich skeptisch gezeigt, ob vor nächstem Jahr kommerzielle Musicalproduktionen wieder möglich sind.

    Mehr Soforthilfen für die Großen?

    Für Aufsehen sorgte seine Forderung, der britische Staat solle eher Großunternehmen der Veranstaltungsbranche unterstützen statt zu versuchen, kriselnde Mittelständler und Off-Bühnen zu retten, die ohnehin nicht überleben könnten. Es seien die viel besuchten West-End-Shows, die Touristen anlockten, Steuer zahlten und Jobs schafften. Deshalb gebührten ihnen Soforthilfen. Dessenungeachtet wird am 14. November im Lyric Theatre in London die Produktion "Six the Musical" starten, mit den geltenden Abstandsregeln. Es soll neun Aufführungen pro Woche und eine anschließende Tour geben, was zeigt, dass es durchaus Veranstalter gibt, die sich von der Pandemie nicht aus dem Markt kegeln lassen.

    © Morris Mac Matzen/Stage Entertainment

    Hamburger Aussicht: Uschi Neuss am Stammsitz

    Zu den größten Vorhaben der Stage Entertainment in den nächsten Monaten gehört Disneys "Eiskönigin", die in Hamburg herauskommen soll. Doch weil momentan internationale Reisen sehr erschwert sind, können die Proben dafür vorerst nicht beginnen, die Premiere wurde von März auf August 2021 verschoben. Ebenfalls in Hamburg sollte jetzt im Oktober "Mamma Mia!" mit der Musik von Abba Premiere haben. Diese Produktion ist sogar auf Mai 2022 verlegt.

    Auch München muss auf 2021 warten

    Gleichwohl hat sich die Stage Entertainment Gedanken gemacht, wie die Öffnung von Spielstätten aussehen könnte. Demnach soll in Stuttgart mit dem "Tanz der Vampire" gestartet werden, in Berlin mit der "Blue Man Group" und in Hamburg mit "Pretty Woman". Mehr als ein Haus pro Stadt werde zunächst nicht aufmachen können. Die "Stage" verweist darauf, dass sie normalerweise Jahr für Jahr 3,5 Millionen Besucher empfängt und damit über eine Milliarde Euro umsetzt. "Zehntausende" von Arbeitsplätzen seien damit gesichert.

    Im größten bayerischen Musical-Haus, dem Deutschen Theater in München mit rund 1500 Plätzen, war erst vor wenigen Tagen die wichtigste Produktion dieses Jahres abgesagt und auf den Herbst 2021 verschoben worden: Eine Musicalversion des Erfolgsfilms "Der Schuh des Manitu" von und mit Bully Herbig, gemeinsam produziert mit dem Landestheater Salzburg. Premiere soll jetzt nicht wie geplant in München, sondern am 23. Januar in Salzburg sein, wo auch bereits einige Wochen geprobt worden war. Wie das Deutsche Theater die nächsten Monate seinen Spielplan auffüllt, ist noch offen, zumal auch die Faschingssaison längst abgesagt ist. Üblicherweise wird das Haus für zahlreiche Ballveranstaltungen vermietet.

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