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Stadttheater in Schweinfurt sucht Ausweichspielstätte | BR24

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Das Theater der Stadt Schweinfurt muss bis Oktober 2024 geschlossen bleiben. Grund dafür ist die dringend notwendige Generalsanierung, die keinen Aufschub mehr duldet. Jetzt sucht das Theater nach alternativen Möglichkeiten für den Spielbetrieb.

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Stadttheater in Schweinfurt sucht Ausweichspielstätte

Das Theater der Stadt Schweinfurt muss bis Oktober 2024 geschlossen bleiben. Grund dafür ist die dringend notwendige Generalsanierung, die keinen Aufschub mehr duldet. Jetzt sucht das Theater nach alternativen Möglichkeiten für den Spielbetrieb.

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Von
  • Wolfram Hanke

Anfang Februar ereilte das Theater der Stadt Schweinfurt eine Hiobsbotschaft: das Haus wird erst im Oktober 2024 seine Spielzeit wiederaufnehmen können. Grund dafür sind gravierende Mängel im Brandschutz, deshalb muss die eigentlich für nächstes Jahr geplante Generalsanierung sofort starten. Ohne weitere Maßnahmen sei weder für Besucher noch für Künstler und Mitarbeiter ein sicherer Spielbetrieb zugelassen, heißt es von der Stadt. Deshalb ist man jetzt in Schweinfurt auf der Suche nach Alternativen.

Angst vor kultureller Dürre in Schweinfurt

Seit Mitte März 2020 ruht der Betrieb im Schweinfurter Stadttheater, bis auf ein paar kleine Ausnahmen im Spätsommer. Und die kulturelle Dürre wird weiter andauern, sagt Oberbürgermeister Sebastian Remelé, wenn das Theater bis Herbst 2024 geschlossen ist. "Wir suchen im Stadtgebiet nach einer Aufführungsstätte, wo man in kleineren Formaten als gewohnt Theater spielen kann", sagt der Oberbürgermeister. "Damit der Verlust des Theaters unseren Besuchern ein bisschen leichter fällt." Viele notwendige Reparaturen wurden schon seit Jahren aufgeschoben, eine Generalsanierung gab es in dem 1966 eröffneten Haus noch nie. Nur eine punktuelle Asbest-Sanierung im Foyer vor 20 Jahren.

Verschiedene Varianten im Gespräch

Im Gespräch sind jetzt verschiedene Varianten: die Stadthalle oder das Konferenzzentrum auf der Maininsel. Außerdem gäbe es geeignete Räume im Evangelischen Gemeindehaus um die Ecke, im Rückert-Bau nahe dem Marktplatz oder im Wohnstift Augustinum. Die CSU-Fraktion hat sogar den Innenhof des Rathauses ins Gespräch gebracht. "Auf einer Open Air-Bühne können wir freier agieren als in einem geschlossenen Raum", sagt CSU-Stadtrat Oliver Schulte. "Außerdem können wir damit mehr Menschen in die Innenstadt bringen, davon profitiert auch der Einzelhandel."

Möglichkeiten werden geprüft

Jetzt müssen all diese Varianten auf ihre Tauglichkeit geprüft werden, sagt Christian Federolf-Kreppel, der Theaterchef und Kulturamtsleiter. Anfang Mai will er im Schul- und Kulturausschuss des Stadtrates einen ersten Bericht mit konkreten Empfehlungen vorlegen. Über eines sind sich alle Beteiligten jetzt schon sicher: eine Alternative muss es geben. "Wir haben knapp 5.000 Abonnenten, die wollen wir ja nicht verlieren", sagt der Theaterleiter. "Deshalb betrachten wir es als Pflicht, nach einem Ersatz zu suchen."

Start in der Ausweichspielstätte im Januar 2022

Starten soll der Betrieb in der Ausweichspielstätte im Januar 2022. Vorher ist das nicht zu stemmen, sagt der Theaterleiter. Denn das Programm muss natürlich auch an die mögliche Ausweichspielstätte angepasst werden. Das ist für ein Theater ohne eigenes Ensemble wie in Schweinfurt nicht so einfach. "Wir wollen ein regelmäßiges kulturelles Angebot machen", sagt Christian Federolf-Kreppel. "Dafür müssen wir nicht immer Künstler aus Hamburg holen. Es gibt in Schweinfurt und Umgebung genug freie Künstler, die sofort verfügbar sind."

Kultursommer in Schweinfurt als Ergänzung

Um die kulturelle Lücke im Sommer dieses Jahres zu schließen, plant die Stadt Schweinfurt den sogenannten Kultursommer. Auf dem Kessler Field, einer großen Wiese im Gewerbegebiet Hainig, soll eine Open-Air-Bühne aufgebaut und von Mitte Juli bis Anfang September bespielt werden. Von freien Kulturträgern wie der Kulturwerkstatt Disharmonie oder dem Verein Kulturpackt. "Mit der Open Air-Bühne können wir einigermaßen planen", sagt Oberbürgermeister Sebastian Remelé, "Wir können die Abstände einhalten. Wir sind nicht so sehr Inzidenzzahlen abhängig, wie in einem geschlossenen Raum. Abgesehen vom Wetter können wir also fast alle Risiken ausschalten."

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