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Der Grabstein bevor und nachdem er abgedeckt wurde.

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    Stadt will verdeckten jüdischen Grabstein sichtbar machen

    Der jüdische Grabstein in einem Hauseingang der Regensburger Altstadt soll zu sehen sein - das will die Stadt erreichen. Der Hausbesitzer verdeckt das Grabmal weiterhin mit einem Stein, um es zu schützen, wie er sagt. Die Stadt sucht den Dialog.

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    Von
    • Thomas Muggenthaler
    • BR24 Redaktion

    Die Diskussion um einen mittelalterlichen jüdischen Grabstein, den ein Hausbesitzer mit einer Platte verdeckt hat, geht weiter. Die Stadt will weiterhin, dass ein verdeckter jüdischer Grabstein sichtbar gemacht wird. Der Hausbesitzer hatte angegeben, den Stein mit einer Abdeckung schützen zu wollen.

    Stadt will Dialog mit Hausbesitzer suchen

    Die Platte, die den Stein verdeckt, schädigt den Grabstein nach einer entsprechenden Analyse nicht, teilt Lorenz Baibl, der Leiter des Amtes für Archiv und Denkmalpflege der Stadt Regensburg auf Nachfrage des BR mit. Aus konservatorischen Gründen kann die Stadt die Entfernung der Platte demnach nicht anordnen. Dennoch will die Stadt im Gespräch mit dem Hausbesitzer erreichen, dass der Stein sichtbar bleibt. Es wäre wünschenswert, so Lorenz Baibl, dass die Abdeckung zumindest zeitweise oder für besondere Führungen abgenommen werden könnte. Die Stadt will mit dem Hausbesitzer im Gespräch bleiben.

    Jüdische Gemeinde: Grabstein ist wichtiges historisches Dokument

    Der Grabstein befindet sich in der ehemaligen Durchfahrt des Hauses Neupfarrplatz 7. Der Haubesitzer gab an, er wolle den Grabstein schützen. Eva Haverkamp-Rott, Professorin für mittelalterliche jüdische Geschichte an der LMU München und Ilse Danziger, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Regensburg, hatten sich dafür ausgeprochen, den Stein wieder sichtbar zu machen, weil er ein wichtiges historisches Dokument ist.

    Vor 500 Jahren als Baumaterial verwendet

    Der Grabstein gehört zu den am besten erhaltenen jüdischen Grabmale in Regensburg. Er stammt von dem großen mittelalterlichen jüdischen Friedhof, der 1519 zerstört wurde. Damals wurden die Juden aus der Stadt vetrieben, das jüdische Viertel wurde anschließend abgebrochen. Damals wurden die Grabsteine als Baumaterial verwendet, aber auch von der Elite der Stadt als Zeichen christlichen Triumphes als Trophäen sichtbar an Häusern verbaut.

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