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Kultur

Staatstheater Nürnberg: Kein klassischer Spielbetrieb möglich | BR24

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Die Vorbereitungen für die neue Spielzeit am Staatstheater Nürnberg laufen. Doch es ist ein Planen ins Ungewisse. Fest steht aber: Bayerns größtes Mehrspartenhaus will der Corona-Krise inhaltlich und planerisch kreativ begegnen.

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Staatstheater Nürnberg: Kein klassischer Spielbetrieb möglich

Theater lebt von Nähe – aber die ist derzeit verboten: In der kommenden Saison wird am Nürnberger Staatstheater vieles anders sein als vor der Corona-Pandemie. Das machte der Intendant des Theaters bei der Vorstellung des neuen Programms deutlich.

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Der Intendant des Nürnberger Staatstheaters Jens-Daniel Herzog rechnet für die kommende Spielzeit 20/21 nicht mit einer Rückkehr zu einem klassischen Theaterbetrieb. "Theater lebt von Nähe. Das wird es erst wieder geben, wenn wir eine Impfung, ein Medikament oder eine komplette gesellschaftliche Neubewertung des Corona-Virus haben", sagte Herzog bei einer Vorschau auf die kommende Spielzeit.

Spielplan zunächst für zwei Monate vorgestellt

Dementsprechend wurde nur ein Spielplan für September und Oktober vorgestellt. Im Opernhaus kommt unter anderem Monteverdis "L'Orfeo" auf die Bühne. Das Ballett unter Goyo Montero inszeniert "Über den Wolf", eine Choreographie nach Prokofjews "Peter und der Wolf". Im Schauspielhaus kommt im Herbst unter anderem "Das Erdbeben in Chili" von Heinrich von Kleist auf die Bühne.

Wesentlich weniger Publikum zugelassen

Für die Häuser wurden Sitzpläne erarbeitet, die in Einklang mit den Corona-Beschränkungen sind. So dürfen zum Beispiel im Opernhaus maximal 206 Personen im Zuschauerraum sitzen. Abonnements wird es in der kommenden Spielzeit nicht geben. Bisherige Abonnenten sollen bei der Ticketvergabe aber bevorzugt behandelt werden.

Finanzloch des Theaters immer größer

Der geschäftsführende Direktor Christian Ruppert beziffert den finanziellen Verlust für das Staatstheater mit drei Millionen Euro bis Ende August. Und in der kommenden Spielzeit werde das Finanzloch noch größer werden, so Ruppert. 

Kulturhauptstadt-Bewerbung nicht in Gefahr

Kulturbürgermeisterin Julia Lehner (CSU) sieht für die Bewerbung Nürnbergs als Europäische Kulturhauptstadt 2025 aktuell keine Probleme. Die Corona-Pandemie habe auch viel Kreativität freigesetzt, so Lehner am Rande der Pressekonferenz. Lehner nannte als Beispiel das Projekt "Kultur vor dem Fenster". Künstler treten dabei in Hinterhöfen oder vor den Balkonen eines Wohnhauses auf. Damit habe man neue Bevölkerungsgruppen erreicht. Dies sei im Sinne der Kulturhauptstadt-Bewerbung, so Lehner.  

© BR/Tanja Oppelt

Corona bedingt wird in der kommenden Spielzeit am Nürnberger Staatstheater nichts wie vor der Corona-Pandemie sein.

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