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Staatsoper und Staatsschauspiel beantragen Sondergenehmigungen | BR24

© Marc Rasmus/Picture Allliance

Die Bayerische Staatsoper und das Residenztheater sind mit der Reduzierung auf 50 Zuschauer nicht einverstanden, sie wollen Sondergenehmigungen.

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    Staatsoper und Staatsschauspiel beantragen Sondergenehmigungen

    München hat den Inzidenzwert von 100 überschritten, was für die Spielstätten der Stadt heißt: Vorstellungen vor maximal 50 Menschen. Dagegen wenden sich jetzt die Bayerische Staatsoper und das Staatsschauspiel, sie beantragen Sondergenehmigungen.

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    Die Bayerische Staatsoper und das Staatsschauspiel wollen die in München geltende Obergrenze von 50 Zuschauern pro Vorstellung zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht akzeptieren. Man habe Sondergenehmigungen beantragt, teilten die Theater am Montag mit. Das Residenztheater möchte wie bisher 200 Zuschauer einlassen, die Oper hofft auf 500 Besucher, wie während des Pilotprojekts, das Ende September ausgelaufen ist. München hat am Wochenende die Schwelle von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche überschritten, die Stadt gilt als "dunkelrot" , deshalb sind bei Veranstaltungen nur noch 50 Menschen zugelassen.

    Bachler verweist auf erfolgreiches Pilotprojekt

    "Das Publikum fühlt sich bei uns sicher – und wir sind überzeugt, dass es das auch darf", begründete Opernintendant Nikolaus Bachler am Montag seine Forderung an das Kreisverwaltungsreferat. Er verwies auf ein von Ärzten und Wissenschaftlern begleitetes Pilotprojekt, an dem neben der Staatsoper die Philharmonie im Gasteig und die Meistersingerhalle in Nürnberg beteiligt waren. Anders als in anderen Theatern waren dort 500 statt 200 Besucher erlaubt. Der Versuch belege, dass es bei der Größe des Nationaltheaters und bei Einhaltung vorbeugender Maßnahmen sehr gut möglich sei, vor 500 oder sogar noch mehr Besuchern zu spielen, sagte Bachler.

    © Tobias Hase/Picture Alliance

    "Das Publikum fühlt sich bei uns sicher", sagt Staatsoper-Intendant Nikolaus Bachler.

    In einem Offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder haben letzte Woche insgesamt zehn bayerische Intendanten gefordert, im bisherigen reduzierten Umfang weiterspielen zu dürfen. Es ist also zu erwarten, dass bald noch mehr Anträge auf Sondergenehmigung eingehen.

    Entscheidend ist das Gesundheitsreferat München

    Doch Pressesprecher Johannes Mayer vom Kreisverwaltungsreferat konnte dem BR gegenüber zumindest kurzfristig keine Hoffnung machen: Es bleibe auch in Münchens Spielstätten vorerst bei den bayernweiten Maßnahmen, wie sie für alle "dunkelroten" Gebiete gelten. Maßgeblich sei die Einschätzung des Gesundheitsreferats, dessen "Expertise" gefragt sei. Am heutigen Montag sei jedoch keinesfalls mit einer Entscheidung zu rechnen. Letztlich ist es wohl eine politische Weichenstellung, die Oberbürgermeister Dieter Reiter vornehmen müsste. Derzeit deutet wenig darauf hin, dass es diese Ausnahme geben wird, was bedeuten würde, dass zumindest die großen Münchner Theater vorerst schließen werden.

    Der bayerische Kunstminister Bernd Sibler hatte dem BR gegenüber am Rande einer Demonstration am vergangenen Samstag auf dem Münchner Königsplatz eigens darauf hingewiesen, dass kommunale Behörden Ausnahmen bei den Pandemie-Regeln zulassen könnten: "Das wäre noch eine Möglichkeit, die wir natürlich mit der Kommunalpolitik besprechen werden, das ist vollkommen klar." Aber die Infektionszahlen sei nun einmal "zu früh zu hoch".

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