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Menschen würdevoll in der letzten Phase ihres Lebens, beim Sterben und in der Trauer begleiten. Das will "Spiritual Care". Der Ansatz der Pflege ist nicht so religiös, wie es klingt, aber geht über eine allgemeine psychosoziale Begleitung hinaus.

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Spiritual Care: Die Kunst spiritueller Begleitung

Menschen würdevoll in der letzten Phase ihres Lebens, beim Sterben und in der Trauer begleiten. Das will "Spiritual Care". Der Ansatz der Pflege ist nicht so religiös, wie es klingt, aber geht über eine allgemeine psychosoziale Begleitung hinaus.

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Von
  • Sabine Barth
  • Elisabeth Tyroller

Das Evangelische Pflegezentrum in Eichenau bei München achtet schon seit zwei Jahren auf spirituelle Pflege. Mit "Spiritual Care" sollen die Bewohnerinnen und Bewohner in ihrer letzten Lebensphase noch mehr unterstützt werden.

"Für mich bedeutet spirituell, den Menschen im Ganzen zu sehen und zu beobachten, was könnte der jetzt brauchen, was könnte man ihm Gutes tun - selbst wenn er sich selbst nicht mehr äußern kann." Monika Plagemann, Pflegerin

Die Münchner Diakonie ist mit "Spiritual Care" zukunftsorientiert. Eine psychosoziale Betreuung gehört neben der medizinischen schon seit vielen Jahren im Evangelischen Pflegezentrum dazu. Neu ist, dass Mitarbeiterinnen speziell für die spirituelle Pflege geschult werden. Diese Betreuerinnen bieten dann Gruppen- und Einzeltermine an, die auf die Patienten abgestimmt sind. Das kann eine Klangschalenbehandlung, eine Massage oder ein intensives Gespräch sein. Die Kunst ist zu erkennen, was das Gegenüber braucht, um sich wohlzufühlen.

Spirituelle Begleitung ist an keine Profession gebunden

Die Theologin und Pfarrerin Dorothea Bergmann ist Trainerin für Ethikberatung im Gesundheitswesen. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit spiritueller Pflege und hat die Erfahrung gemacht, dass viele Bewohner in Alten- und Pflegeheimen mit ihrem Wunsch nach Begleitung nicht nur Pfarrerinnen und Seelsorger suchen. Sie wollen über sinnstiftende Ressourcen, über ihre Lebensanliegen auch einfach mit Menschen sprechen, zu denen sie Vertrauen haben.

"Bei der spirituellen Begleitung geht es in erster Linie ums Zuhören. Selten sind Lösungen erforderlich. Meist entdeckt sie der Mensch selbst in der Begegnung mit einem achtsamen und sorgfältig zuhörenden Gegenüber." Dorothea Bergmann, Pfarrerin

Doch wie kann bei hoher Arbeitsbelastung Zeit für spirituelle Gespräche und Begegnungen gefunden werden? Im Pflegezentrum Eichenau haben die Betreuerinnen und Betreuer nicht nur eine spezielle Schulung, sondern auch ein dafür vorgesehenes Zeitbudget. Darüber hinaus ist "Spiritual Care" ein Konzept, das die Kommunikation des ganzen Hauses umfasst. "Die Kommunikation ist eine andere geworden und das hat auf jeden Fall einen großen Mehrwert für alle Beteiligten, also auch für die Bewohner, aber natürlich auch für die Mitarbeiter", sagt Susanne Brenner die Einrichtungsleiterin des Evangelischen Pflegezentrums in der Eichenau.

Mehr zum Thema "Spiritual Care" in STATIONEN am Mittwoch, 21.04.2021um 19 Uhr im BR-Fernsehen und in der BR-Mediathek.