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Kultur

Spannendes Filmland Rumänien im Filmmuseum München | BR24

© Münchner Filmmuseum

Ausschnitt Filmplakat

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    Spannendes Filmland Rumänien im Filmmuseum München

    Heute Abend feiert das „Rumänische Filmfestival“ sein 10-jähriges Jubiläum und zeigt auch in diesem Jahr vorwiegend neue, preisgekrönte Kurz- und Langfilme aus Rumänien. Oft mit einer Prise schwarzem Humor. Von Sonja Esmailzadeh.

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    Zur Eröffnung wird der Film "Aferim" aus diesem Jahr präsentiert, der in Berlin den silbernen Bären gewonnen hat.

    Osteuropa im 19. Jahrhundert: Auf ihrem Ritt durch die kargen Weiten der Walachei begegnen der Gendarm Constandin und sein Sohn Menschen verschiedenster Herkunft und Glaubensrichtung: Christen, Juden, Muslime. Während Vater und Sohn über Gott und die Welt sinnieren, wird ihnen klar, wie groß die Vorurteile der Völker untereinander eigentlich sind.  
    Der preisgekrönte Film "Aferim", zu Deutsch "gut gemacht", von Radu Jude ist ein Balkanwestern in schwarz-weiß. Ähnlich wie Michael Haneke in das "Das Weiße Band" bezieht Jude in seinem Film Historisches auf spätere Ereignisse im Land. 


    Humor und Sozialkritik aus einem Guß

    Dabei haben die meisten rumänischen Filme bislang eher gegenwärtige, sozialkritische Themen behandelt, sagt die Regisseurin und Drehbuchautorin Brigitte Drodtloff, die das ‚Rumänische Filmfestival‘ zusammen mit dem Filmmuseum in München ausrichtet.

    Diese Tendenz wurde vom kommerziellen Film abgelöst, es ist immer noch eine genaue Analyse des sozialen Lebens, teilweise dramatisch und tragisch. Das Spezielle aber ist, es gibt kaum einen rumänischen Film, in dem nicht gelacht wird, also es wird immer schwarzer Humor reingebracht. Brigitte Drodtloff

    Festival feiert kleines Jubiläum

    Neben weiteren rumänischen Spielfilmen wird auch der Dokumentarfilm "Ein Pass für Deutschland" von Răzvan Georgescu aus dem vergangenen Jahr gezeigt. Basierend auf Interviews mit Politikern und Betroffenen erzählt der Film vom Handel mit Rumäniendeutschen Anfang der 70er Jahre, die gegen Devisen in die Bundesrepublik Deutschland ausreisen konnten. Ausgewählte Filme wie diese sollen nun anlässlich des Festival-Jubiläums zum zehnjährigen Bestehen auch einem breiteren Publikum in München näher gebracht werden.

    Organisiert wird das Festival von der Gesellschaft zur Förderung der Rumänischen Kultur und Tradition in Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum in München. Beginn des Rumänischen Filmfestivals heute um 19.00 Uhr im Filmmuseum München. Dauer: Vom 26. November bis 13. Dezember 2015.