Zurück zur Startseite
Kultur
Zurück zur Startseite
Kultur

Sonntag der Weltmission: Hilfe für Menschen in Äthiopien | BR24

© BR / Johannes Reichart

Weltmissionssonntag: Hilfe für Menschen in Äthiopien

Per Mail sharen
  • Artikel mit Bildergalerie

Sonntag der Weltmission: Hilfe für Menschen in Äthiopien

Sie retten Typhus-Kranke, geben Kindern in den Slums zu essen und finanzieren geflüchteten Studierenden einen Uni-Besuch: Katholiken in Äthiopien fallen demografisch gesehen kaum ins Gewicht und doch wirken sie weit in die Gesellschaft hinein.

Per Mail sharen

Ein kleiner Junge mit aufgedunsenem Gesicht sitzt auf dem Schoß seiner besorgten Mutter. Sein Blick: apathisch. "Die Haarfarbe ist nicht normal, sie ist rot, wenn es gut ernährt wäre, dann wäre die Haarfarbe schwarz", stellt Meskel Kelta fest, die den Einjährigen mit dem Stethoskop abhört. "Sehen Sie sich das Gesicht an, das Baby ist nicht lebendig, es schaut nach unten, es geht ihm nicht gut."

Ordensschwestern einzige Anlaufstelle bei Krankheiten

Sister Meskel Kelta ist Ordensschwester der „Maids of the Poor“, einer Missionsgemeinschaft, die sich um Kranke und Waisenkinder kümmert. Die 35-Jährige leitet das katholische Health Center in Taza, einem kleinen Dorf fünfeinhalb Stunden südlich von der Hauptstadt Äthiopiens Addis Abeba. Staatliche Institutionen sind hier weit weg, die einzige Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen ist die Gesundheitsstation der Schwestern.

© BR / Johannes Reichart

Weltmissionssonntag: Hilfe für Menschen in Äthiopien

© BR / Johannes Reichart

Weltmissionssonntag: Hilfe für Menschen in Äthiopien

© BR / Johannes Reichart

Weltmissionssonntag: Hilfe für Menschen in Äthiopien

Ihre Arbeit wird zum großen Teil durch Spenden des päpstlichen Hilfswerks Missio München finanziert. Missio hat bei seiner diesjährigen Aktion zum Weltmissionsmonat Äthiopien als Schwerpunktland ausgewählt. Im Entwicklungsindex der Vereinten Nationen rangiert Äthiopien auf Rang 174 von 188 Ländern. Besonders auf dem Land sind die Menschen vom Fortschritt praktisch abgeschnitten, Typhus und Mangelernährung grassieren.

"Wenn man die Menschen hier sieht, ziemlich weit abseits von der Möglichkeit, Gesundheit zu erhalten, denke ich dass man denen zunächst einmal begegnen und ihnen helfen muss. Nicht zuerst zu schauen, wer ist zuständig und welche Verhandlungen müssen geführt werden. Bis dahin sind einige gestorben." Missio-Präsident Wolfgang Huber

Doch auch in den Slums der Hauptstadt Addis Abeba sind die Lebensbedingungen schlecht: Armut, Krankheiten und Analphabetismus rauben vielen Menschen die Perspektive. Um die schwächsten der Gesellschaft, die Kinder, kümmert sich auch hier eine Schwester, Sister Senkenesh Gebre-Mariam ist eine 76 Jahre und gehört dem Bethania Orden an. Jeden Tag verteilt die Organisation Medhen, die Schwester Senkenesh gegründet hat, über 1000 Rationen Mittagessen.

"Sie kommen aus armen Familien und brauchen Nahrung, im ganzheitlichen Sinne. Sie sollen die Güte Gottes erfahren, er sorgt für sie, für diese Kinder. Damit sie lernen können, kostenlos zur Schule gehen können, Zugang zu Computern erhalten, das alles ist Gottes Fürsorge. Durch diese Dinge erfahren die Kinder seine Güte." Sister Senkenesh Gebre-Mariam

Die Sozialarbeiter von Medhen kümmern sich um Familien, die durch Schicksalsschläge wie Aids, Lepra, körperliche Behinderungen oder Todesfälle, in die Existenzbedrohung geraten sind. Äthiopien ist ein Land voller Hoffnung: nach dem jüngst verabschiedeten Friedensvertrag mit dem Nachbarland Eritrea hoffen 100 Millionen Äthiopier, dass das Land nun auch wirtschaftlich auf die Beine kommt. Doch der Weg ist noch lang. Bis dahin wird die Katholische Kirche als kleine Minderheit von einem Prozent im Land an ihrem Auftrag festhalten: Bildung, Seelsorge und Diakonie für die Ärmsten der Gesellschaft.

Mehr zum Thema
  • Podcast Katholische Welt
  • Newsletter BR Religion
  • BR Religion
Sendung

Katholische Welt

Autor
  • Johannes Reichart
Schlagwörter