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"Sommermärchen" 1995: Ausstellung zur Reichstags-Verhüllung | BR24

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Bildrechte: Wolfgang Kumm/dpa picture alliance

Reichstagsverhüllung: Ausstellung erinnert an Jubiläum

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    "Sommermärchen" 1995: Ausstellung zur Reichstags-Verhüllung

    Es war ein so wegweisendes wie umstrittenes Kunst-Event für Berlin: Vor 20 Jahren strömten die Besucher zum verhüllten Reichstagsgebäude. Jetzt kommt "Verpackungskünstler" Christo (80) erneut nach Berlin, um eine Erinnerungs-Ausstellung zu eröffnen.

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    Helmut Kohl war seinerzeit kein Freund des verhüllten Reichstags und betrachtete ihn etwas verschämt vom Hubschrauber aus. Auch andere Politiker konnten sich mit der Arbeit des amerikanischen Künstlers Christo und seiner Frau Jeanne-Claude nicht anfreunden. Eine große Mehrheit aber war begeistert. Die Reichtags-Verhüllung wurde zum größten Happening Berlins der letzten Jahrzehnte und ist unvergessen. Fünf Millionen Besucher kamen in nur zwei Wochen, ein Rekord bis heute.

    400 Exponate erinnern an die Kunstaktion

    Jetzt, 20 Jahre danach,  soll eine Ausstellung an das andere legendäre «Sommermärchen» erinnern. Am 25. November wollen Christo (80) und Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) die neue Dauerausstellung im Reichstagsgebäude eröffnen. Sie zeigt rund 400 Exponate, darunter Originalteile, Modelle, Dokumente, Fotos und Skizzen des Künstlers. 

    Unternehmer Lars Windhorst ist Leihgeber 

    Christo, der seine Arbeiten immer unabhängig aus dem Verkauf eigener Materialien finanziert, hatte die Teile zunächst lange in eigenem Besitz. Anfang des Jahres erwarb der Unternehmer und Mäzen Lars Windhorst das Konvolut, das er jetzt dem Bundestag zunächst auf 20 Jahre als Leihgabe zur Verfügung stellt. Windhorst war mit 16 Jahren als "Wunderkind" der Wirtschaft bekannt geworden und von Helmut Kohl und anderen als genialer Jung-Unternehmer gelobt worden, bevor er mehrfach in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Inzwischen ist Windhorst wieder ein gefragter Gesprächspartner und Chairman der Londoner Sapinda-Investmentgesellschaft.

    Besucher können die Ausstellung im Rahmen der Kunst- und Architekturführungen am Wochenende im Reichstag anschauen. Christos Frau Jeanne-Claude ist 2009 in New York gestorben, seitdem arbeitet er allein.