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Bildrechte: BR/Barbara Weiß

Teilnehmende beim Maccabi-Sommercamp

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    Sommercamp: Jüdische Werte auf "coole und krasse" Art

    Die Jugendarbeit der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern hat ein neues Highlight: das Maccabi-Sommercamp. Mit Sport, Kultur und koscherem Essen sollen jüdische Werte auf lockere Art im Sportverein vermittelt werden.

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    Von
    • Barbara Weiß
    • Martin Jarde

    Eigentlich wurde es aus der Not im letzten Corona-Sommer geboren - das Maccabi Sommercamp. Das Gemeinde-Leben der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) war sehr eingeschränkt. Draußen zusammen sein und Spaß haben, das aber war möglich. So organisierte das Jugenddezernat der IKG München und Oberbayern zusammen mit dem Sportverein Maccabi das Sommercamp. Es wurde ein voller Erfolg.

    Spiel und Spaß - plus Einblick in die jüdische Kultur

    In Zeiten, in denen jüdisches Leben zwar historisch gefeiert wird - 1.700 Jahre Judentum in Bayern - im realen Leben aber oft mit Diskriminierung verbunden ist, möchte das Camp neben Spiel und Spaß auch einen Einblick in die jüdische Kultur bieten. Alle sind eingeladen: Juden und Nichtjuden. Das Ferienprogramm findet für Kinder und Jugendliche auf dem Gelände des jüdischen Sportvereins Maccabi in München statt.

    Gemeinsamer Sport steht im Mittelpunkt: Tennis, Fußball, Frisbee oder Basketball – alles was zusammen Freude macht. "Es ist hier zauberhaft und cool und krass", sagt ein Kind begeistert. In der Synagoge sei es meist ernster, erklärt der 16-jährige Joel, Jugendleiter bei der Israelitischen Kultusgemeinde, "aber hier auf dem Maccabi-Gelände essen, singen und spielen wir zusammen, das ist ein tolles Erlebnis".

    Gemeinsames Essen ist wichtig im Sommercamp

    Das gemeinsame Essen ist ein wichtiger Bestandteil des Sommercamps. Gekocht wird koscher nach jüdischer Tradition. Alle essen zusammen an langen Tischen. Davor nehmen alle ein Stück Brot in die Hand und es wird ein Gebet, eine Danksagung, gesprochen. "Danach darf man los essen", erzählt ein Mädchen.

    An manchen Tagen kommt auch der Rabbiner vorbei und bläst den Schofar, ein Widderhorn. Dieses traditionelle jüdische Musikinstrument wird sonst an jüdischen Feiertagen gespielt. Was die Kinder hier lernen, bliebe ihr ganzes Leben hängen, sagt Uscher Lubelski vom Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde. Für Kinder aus einem religiösen Elternhaus sei das Basiswissen, aber "es gibt ja viele, die kommen nicht von einem religiösen Elternhaus und die bekommen das halt hier mit".

    Nur mit der Jugend bleibt das Judentum lebendig

    Das Sommercamp ist eine Kooperation des jüdischen Sportvereins Maccabi München und der orthodoxen jüdischen Gemeinde am Jakobsplatz. Aber auch Kinder aus liberalen jüdischen Familien sind dabei. Offen sein für alle, das ist Dima Schneerson vom Jugenddezernat der IKG wichtig: "Das ist die Zukunft, die wir den Jugendlichen vermitteln wollen. Wir leben im Hier und Jetzt und darum decken wir beides ab."

    Dass die Gemeinden sich um die Jugend kümmern, dürfe nicht nur ein Lippenbekenntnis sein, meint Schneerson, sondern sei für die Zukunft des jüdischen Lebens in Deutschland unerlässlich. Denn nur so bleibt das deutsche Judentum lebendig und kann sich weiterentwickeln.

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