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Solarenergie vom Kirchendach als alternative Finanzierung | BR24

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Bildrechte: Genossenschaft Energievision

Die Energiewende vorantreiben und sich sozial engagieren - darum geht es der Genossenschaft Energievision. Die Idee: Kirchendächer pachten, Solaranlagen darauf bauen und einen Teil des Gewinns für kirchliche und karitative Projekte nutzen.

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Solarenergie vom Kirchendach als alternative Finanzierung

Die Energiewende vorantreiben und sich sozial engagieren – darum geht es der Genossenschaft Energievision. Die Idee: Kirchendächer pachten, Solaranlagen darauf bauen und einen Teil des Gewinns für kirchliche und karitative Projekte nutzen.

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Von
  • Elisabeth Tyroller

Thomas Wienhardt ist Theologe in der Diözese Augsburg und hat vor acht Jahren die Genossenschaft Energievision gegründet. Sein Ziel: Die Schöpfung bewahren, Gewinn erwirtschaften, und einen Teil der Rendite an kirchennahe Projekte spenden. Kann das funktionieren?

Eine Genossenschaft mit christlicher Motivation

Die "Bewahrung der Schöpfung" sei ein kirchlicher Auftrag, sagt Thomas Wienhardt. "Das Motto 'Die Menschheit hat nur Zukunft, wenn die Schöpfung eine Zukunft hat‘ – diesen Satz haben die Bischöfe schon 1980 gesagt. Wir wollten den Satz in die Realität umsetzen."

Deshalb baut die Genossenschaft Photovoltaikanlagen - vor allem auf Dächern kirchlicher Einrichtungen. Das bedeutet: "Wir bieten kirchlichen Einrichtungen an, dass wir ein Dach pachten, die Anlage finanzieren und betreiben. Sie können den Strom, den sie selbst brauchen, vergünstigt von uns beziehen. Der Rest wird über die sogenannte Einspeisevergütung finanziert." Mit dieser Vergütung kalkuliert die Genossenschaft. Vom Überschuss – meist sind es 1,5 bis 2 Prozent Rendite für die Genossen – wird ein Viertel gespendet.

25 Prozent des Überschusses für karitative Zwecke

Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten ehrenamtlich. Die Überwachung der Anlage übernimmt ein Gesellschafter, der hauptberuflich Solarkraftwerke entwickelt und umsetzt. 87 Mitglieder hat die Genossenschaft derzeit: Einzelpersonen, Kirchen und Stiftungen. Auch das Kloster St. Ottilien ist Mitglied. Eines haben alle gemein: Sie fühlen sich den beiden Kirchen verbunden und möchten sich für mehr Gerechtigkeit einsetzen.

Ein Modell für die Zukunft?

"Ich glaube schon, dass wir als Kirche unternehmerisches Handeln mit gemeinnützigen Zwecken noch stärker verknüpfen können. Wir haben hier ja erst einmal einen unternehmerischen, gewinnorientierten Ansatz. Aber einen Teil des Gewinns geben wir eben an kirchennahe, karitative Projekte weiter", erklärt Wienhardt. Nachdem das Geld auch bei den beiden großen Kirchen immer knapper wird, könnte das durchaus ein Modell für die Zukunft sein.

Mehr zum Thema "Alternative Finanzierung" in STATIONEN am Mittwoch, 27.5.2020 um 19 Uhr im BR-Fernsehen und im Anschluss in der Mediathek.