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So will Minister Bernd Sibler den Kunstbetrieb wieder starten | BR24

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Noch ist der Andrang recht mäßig: Mit "Einbahnstraßen", reduzierten Besucherzahlen, Desinfektionsmitteln und ausreichend Abstand haben bayerische Museen wieder geöffnet. Mit Touristen rechnet vorerst niemand, was auch eine Chance sei, hieß es.

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So will Minister Bernd Sibler den Kunstbetrieb wieder starten

Noch ist der Andrang recht mäßig: Mit "Einbahnstraßen", reduzierten Besucherzahlen, Desinfektionsmitteln und ausreichend Abstand haben bayerische Museen wieder geöffnet. Mit Touristen rechnet vorerst niemand, was auch eine Chance sei, hieß es.

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Das hätte auch eine Kunstinstallation sein können: Lauter Menschen mit teils sehr dekorativem Mundschutz, teils hergestellt von den Werkstätten der Bayerischen Staatsoper, vor einer vermeintlichen Absperrung stehend, umgeben von grellen Stoffpuppen. So sehen sie eben derzeit aus, die Pressekonferenzen. Und wenn sich Bayerns Kunstminister Bernd Sibler etwas gedämpft anhört, liegt das eben an der OP-Maske, die er auch hier, im Museum Brandhorst, nicht abnimmt: "Das tut einem in der Seele weh, wenn man als Kunstminister nichts anderes zu tun hat, als den Zugang zu Kunst und Kultur und damit zu ur-demokratischen Orten zu schließen."

Das Publikum ist gerade nicht in Florenz und Paris

Nun ist es ganz offensichtlich nicht so, dass sich die Menschen danach drängen, wieder ins Museum gehen zu können. Ganz im Gegenteil, die Wiedereröffnung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen begann eher zögerlich, wie Generaldirektor Bernhard Maaz beobachtete: "Wir hatten heute in den ersten vier Stunden in der Alten Pinakothek etwa sechzig Gäste. Als ich kurz vor der Pressekonferenz dort war, kamen junge Leute und ich habe sie gefragt, warum sie da sind. Sie hätten im Internet gesehen, dass wir wieder geöffnet haben. Ich glaube, das funktioniert. Und ganz wichtig ist es für uns, dass wir wissen, unser Publikum hier aus der Gegend, aus der Stadt, die sind jetzt nicht in Florenz und nicht in Paris. Dann sollen sie zu uns kommen, und deshalb ist es so wichtig, dass wir offen haben und dass das kommuniziert wird."

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Die Besucher kommen noch spärlich: Pressetermin im Museum Brandhorst

Auch Achim Hochdörfer vom Museum Brandhorst in München, wo vor allem Pop Art und zeitgenössische Kunst zu sehen ist, darunter Cy Twomblys spektakulärer "Lepanto-Zyklus", rechnet in der nächsten Zeit mit einem eher lokalen Publikum: "Wir werden wenige Touristen in den nächsten Wochen haben, denke ich, wenig internationale Gäste. Aber das ist ja gerade die Chance für die Menschen vor Ort, diese Sammlungen neu zu entdecken. Denn das sind ja auch ihre Sammlungen, ihre Museen: die der Münchner und Bayern."

Einbahnstraßen erwarten die Besucher

Jeder Besucher darf vorerst in den Museen 20 Quadratmeter beanspruchen. An der Schwelle zu jedem einzelnen Raum ist angegeben, wie viele Personen sich dort maximal aufhalten dürfen. Das schwankt zwischen fünf und einem Besucher. Insgesamt können in die Neue Pinakothek in München zum Beispiel knapp 500 Gäste kommen, in die deutlich kleinere Schack-Galerie an der Prinzregentenstraße aber nur fünfzig. Überall wurden Einbahnstraßen markiert, also separate Ein- und Ausgänge geschaffen, und Desinfektionsmittel steht natürlich auch bereit.

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Museen mit Einbahnstraßen und Platzkonzept: 20 Quadratmeter pro Besucher

Wie es mit den Theatern weitergeht, das will Kunstminister Bernd Sibler in den nächsten Tagen mit den Intendanten besprechen: "Wir werden vermutlich kleinere Formate haben, also beim Ballett zunächst nur Einzeltanz, nichts, was mit Gruppen-Aufführungen zu tun hat, was natürlich auch auf die inhaltliche Gestaltung der Bühnenprogramme Auswirkungen haben wird. Auch bei den Opern, höre ich, dass man halt eher die kleineren Formate aus der Entstehungszeit der Oper machen will und nicht den Triumphmarsch aus 'Aida'. Wir diskutieren auch, ob man die Theaterferien vorverlegen kann, so dass man früher im September wieder beginnen kann und wir müssen schauen, wie wir den Probebetrieb gestalten können."

"Soforthilfe" für Solo-Selbstständige

Nach wie vor klagen Kulturschaffende darüber, dass sie die angekündigte Soforthilfe des Freistaats noch nicht einmal beantragen können, weil das entsprechende Formular immer noch nicht online geschaltet ist. Da naht Abhilfe, verspricht Bernd Sibler gegenüber dem BR: "Wir sind auf der Zielgeraden, dass wir das dritte Programm für Solo-Selbstständige ohne eigene Betriebsstätte abschließen können. Und ich hoffe, dass wir diese Woche alles in trockenen Tüchern haben werden. Es sieht so aus, dass wir in den nächsten Tagen mit der Online-Freistellung beginnen können, aber wir haben noch ein paar Arbeiten zu erledigen."

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