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So erkunden Autorinnen und Autoren ihre Nachbarschaft | BR24

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Bildrechte: Max Hofstetter/ BR

Schriftstellerinnen und Schriftsteller schreiben über ihr nachbarschaftliches Umfeld, über Stadt und Land, Milieuschutz und Nachbarschaftshilfe sowie nächtliche Erkundungen.

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So erkunden Autorinnen und Autoren ihre Nachbarschaft

Ferneisen sind in Pandemie-Zeiten obsolet geworden. Insgesamt sind wir sogar auf unsere unmittelbare Umgebung zurückgeworfen. Weshalb wir Schriftstellerinnen und Schriftsteller gebeten haben, über ihr nachbarschaftliches Umfeld zu schreiben.

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Von
  • Christoph Leibold

Zäune kann man spießig finden, oder aber man sieht es wie der Lyriker Robert Frost, der mal schrieb: "Good fences make good neighbours", also erst Zäune sorgen für gute Nachbarschaft. Die Schriftstellerin Anke Stelling sieht das ähnlich: "Genau wie bei einer guten Paarbeziehung: Wenn ich sagen kann, wer ich bin, und weiß, wo der andere beginnt, und auch weiß, was meine Grenze ist, und das dann auch noch mitteilen kann, sodass der andere es versteht, ohne sich angegriffen zu fühlen – dann kann eine Beziehung gut funktionieren."

Anke Stelling – Expertin in Sachen Nachbarschaft

Anke Stelling ist mit Romanen über das Berliner Großstadtmilieu bekannt geworden, deren Handlung sich aus Beobachtungen ihrer unmittelbaren Umgebung speist. Darum wurde sie eingeladen, bei einem Projekt des Leibniz-Zentrums mitzumachen, dass seit 2019 das Phänomen der Nachbarschaft in der Berliner Gegenwartsliteratur erforscht. Ein literarisch ergiebiges Thema, keineswegs nur, wenn es sich um ersprießliche Nachbarschaften handelt. "Als Schriftstellerin kann man sich die Menschen, die man trifft, zu Figuren machen," so Stelling. "Und damit werden sie auch umgänglicher. Dann kann zum Beispiel ein böser Nachbar auch ein Geschenk sein, weil der eine wirklich gute Figur abgibt."

In Anlehnung an das Projekt des Leibniz-Zentrums, das Berliner Nachbarschaften fokussiert, versammelt die BR Kulturbühne Texte von Schriftstellern und Schriftstellerinnen über Nachbarschaften aus ganz Deutschland, aus Groß- und Kleinstädten wie vom Land. Ob man in einem anonymen Mietsblock wohnt oder auf dem Dorf, wo jeder jeden kennt, macht einen großen Unterschied. Den Kontrast zwischen Stadt und Land greift zum Beispiel Bachmann-Preisträgerin Helga Schubert in ihrem Text der Nachbarschaftsreihe auf.

© Renate von Mangoldt
Bildrechte: Renate von Mangoldt

Bachmann-Preisträgerin Helga Schubert schreibt exklusiv für den BR über das besondere Verhältnis zu Nachbarn in Stasizeiten und danach

Ein ausführliches Gespräch mit Anke Stelling über Nachbarschaften sowie die Nachbarschaftstexte von Helga Schubert sowie des aus dem Nürnberger Land stammenden Joshua Groß und der in Freising aufgewachsenen Ronya Othmann finden Sie ab heute auf der BR Kulturbühne.

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