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Als Zeitvertreib coverte Armstrong seine Lieblingssongs während des Lockdowns, stellte sie ins Netz und jetzt zu einem Soloalbum zusammen: "No Fun Mondays".

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So covert Billie Joe Armstrong Songs gegen den Lockdown-Blues

Eigentlich wollte Billie Joe Armstrong 2020 mit seiner Band Green Day auf Welttournee gehen. Dann kam Corona. Als Zeitvertreib coverte Armstrong seine Lieblingssongs, stellte sie ins Netz und jetzt zu einem Soloalbum zusammen: "No Fun Mondays".

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Von
  • Bernhard Jugel

Es begann Mitte März mit "I think we’re alone now". Eigentlich ist das ein wenig beachteter Song von Tommy James & the Shondells aus den 1960ern, mit dem später ein Teenie-Star namens Tiffany mal einen Hit hatte. Armstrong entdeckte in dem harmlosen Lied über eine Teenagerliebe während der ersten Tage des Lockdowns plötzlich eine zweite Bedeutungsebene, nahm es auf, drehte mit einfachen Mitteln ein schnelles Video und stellte es auf dem Youtube-Kanal seiner Band Green Day ins Netz. An einem Montag. Und weil ihm langweilig war, folgte eine Zeit lang jeden Montag unter dem schönen Motto "No Fun Mondays" eine neue Coverversion. Armstrong coverte Lieblingssongs aus den Bereichen Punk und Pop – und natürlich durfte auch ein einst von Prince für die Girl-Pop-Band Bangles geschriebener Hit nicht fehlen: "Manic Monday".

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Billie Joe Armstrong

Die Do-It-Yourself-Methode

Billie Joe Armstrong hat all diese Coverversionen tatsächlich ganz alleine aufgenommen. Er hat Gitarre, Bass und Schlagzeug gespielt, hat die Lead Vocals und auch mehrstimmige Shala-lala-Chöre ganz alleine eingesungen. Das klingt mal nach Punk, mal nach Power-Pop und häufig auch nach seiner Band Green Day, obwohl Armstrongs Bandkumpels diesmal außen vor blieben. Man hört den Aufnahmen aber auch an, dass da viel Begeisterung und Leidenschaft dahintersteckt. Da glaubt man Armstrong gerne, wenn er in Interviews beteuert, dass sie ganz ohne kommerzielles Kalkül eingespielt worden sind. Über den Aufnahmeprozess erzählt er: "Shaun Cassidys 'That’s Rock’n’Roll' ist zum Beispiel so entstanden, das ich am Samstag aufgenommen, am Sonntag gemischt und am Montag den Songs ins Netz gestellt habe – mit Video. Ich war ziemlich schnell."

Dass Billie Joe Armstong obskure Punknummern von Johnny Thunders, Stiv Bators oder den Avengers covern würde, war zu erwarten. Dass offenbar auch Billy Bragg oder John Lennon zu seinen Helden zählen, ist dann schon eher eine Überraschung. Völlig verblüfft dann aber, wenn Armstrong tief in der Vergangenheit gräbt und einen italienischen Hit des Adriano-Celentano-Kumpels Don Backy aus dem Jahr 1963 neu aufnimmt oder wenn er Shaun Cassidys Teenie-Hit "That’s Rock’n’Roll" den Biss verleiht, den der Song braucht, um seinem tollen Refrain einigermaßen gerecht zu werden. Die Lebensfreude und die Energie, die den frühen Rock’n’Roll auszeichnete, hat dieses Coveralbum auf jeden Fall im Übermaß. Der Titel "No Fun Mondays" ist eigentlich eine Mogelpackung, denn wenn die 14 Songs dieses Albums eines vermitteln – und das nicht nur an Montagen – dann ist das: Spaß!

"No Fun Mondays" von Billie Joe Armstrong ist bei Reprise Records / Warner erschienen.

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