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"Kaiserin Elisabeth - Lebens(t)raum und Wirklichkeit" | BR24

© Sarah Khosh-Amoz (BR)

Schwarzes Kleid mit Biedermeier-Mobiliar

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    "Kaiserin Elisabeth - Lebens(t)raum und Wirklichkeit"

    Im Schloss Unterwittelsbach in Aichach ist eine Sonderausstellung über Sisi zu sehen. Sie gibt Einblick in zwei Welten der Kaiserin: Die Zeit des Biedermeiers und in die des kühlen Wiener Hofes, an dem Sisi lebte. Von Sarah Khosh-Amoz

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    Bei ihrer Verlobung 1853 mit dem österreichischen Kaiser Franz Joseph I. war Elisabeth in Bayern, genannt "Sisi", noch ganz euphorisch. Doch bald sollte sie Probleme mit dem Hofzeremoniell in der Wiener Hofburg bekommen.

    Die junge Sisi, ein Bündel an Lebensenergie, wuchs eng verbunden mit der Natur Bayerns auf und erlebte das unbeschwerte Dasein einer ländlichen Aristokratin. Was zunächst wie ein Märchen in Bad Ischl begann, als sie Kaiser Franz Joseph I. lieben lernte, entpuppte sich bald als ein Traum, aus dem sie unsanft erwachen sollte. Elisabeths unbeschwerte Mädchenjahre waren mit 15 vorbei:

    "Franz Joseph hat Elisabeth gesehen und hat gesagt: „Diese Frau oder keine.“ Das war auch das einzige Mal, dass er sich gegen seine Mutter durchgesetzt hat. Und dann war das schöne Leben von Elisabeth vorbei, weil dann hat’s pressiert. Aus diesem Kind eine Kaiserin formen, in kürzester Zeit!" Kastellanin Brigitte Neumaier

    Das Korsett des höfischen Lebens erdrückte die Schwärmerei des Mädchens, das vom großen Glück überzeugt war. Immer mehr flüchtete sie sich in ihre Träume und ließ die Realität hinter sich.

    Schöner Schein

    Die Ausstellung begleitet Elisabeth durch diese Welt. Die Zeit des Biedermeier mit ihrer Liebe zur Schönheit, Poesie und Wohnlichkeit erwacht zu neuem Leben: mit eleganten Stoffen bezogene Sitzgarnituren, Kommoden, mit gedrechselten Säulen oder schlichten Dekorelementen, Vitrinenschränke, in denen man gerne kostbares Porzellan oder Gläser zeigte und Uhren, deren fantasievolle Gestaltungen keine Grenzen kannten. Ein kostbares Kleid, das Sisi 1867 bei der Krönungszeremonie zur ungarischen Königin getragen hat, erinnert daran, in welchem Land sie allein ein wenig Freiheit finden konnte: eben in Ungarn.