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Vor zehn Jahren kam es an der japanischen Ostküste zur Dreifachkatastrophe. Anlässlich dieses Datums zeigt das Würzburger Siebold-Museum nun die Ausstellung "Never forget Tohoku 2011". Aus Unterfranken gab es große Solidarität.

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Siebold-Museum zeigt Ausstellung zu zehn Jahren Fukushima

Vor zehn Jahren kam es an der japanischen Ostküste zur sogenannten Dreifachkatastrophe. Anlässlich dieses Datums zeigt das Würzburger Siebold-Museum nun die Ausstellung "Never forget Tohoku 2011". Aus Unterfranken gab es damals große Solidarität.

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Von
  • Pirmin Breninek

Noch stehen eine Edelstahlleiter und ein Werkzeugkasten im ersten Stock des Würzburger Siebold Museums. Doch das wird sich bald ändern. Denn pünktlich zur Eröffnung der Ausstellung "Never forget Tohoku 2011" wurde der Corona-Lockdown gelockert. Das Siebold-Museum darf zum zehnten Jahrestag der Dreifachkatastrophe in Japan wieder öffnen.

Ausstellung über Zerstörung in der Region Tohoku

Tohoku, so heißt die Region, die 2011 besonders vom Erdbeben und Tsunami im Osten Japans betroffen war. Mehr als 15.000 Menschen sind gestorben. In Deutschland hat sich die Katastrophe vor allem unter dem Begriff "Fukushima" ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Als am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi radioaktives Material austrat, führte das in der Bundesrepublik zu einem schlagartigen Umdenken in der Energiepolitik.

Die Ausstellung im Siebold-Museum dokumentiert die damalige Zerstörung in Japan, aber vor allem den Wiederaufbau. Ein Schwerpunkt liegt auf Dokumentationsfotos von Toby Marshall, damals Kameramann im ZDF-Studio-Tokio. Die Bilder zeigen zerstörte Häuser, verwaiste Straßenzüge. Auf einer Fotografie ist ein Bus zu sehen, der von der Tsunami-Welle auf das Flachdach eines Gebäudes gespült wurde – in etwa acht Meter Höhe.

Siebold-Gesellschaft sammelt Spenden für Kinderheim

In einem weiteren Teil beschäftigt sich die Ausstellung mit der Hilfsbereitschaft vieler Menschen in Mainfranken. Die Siebold-Gesellschaft initiierte damals eine Spendenaktion für ein Kinderheim in Ichinoseki in der Präfektur Iwate, etwa 200 Kilometer nördlich des Atomreaktors Fukushima. Die deutsche Ordensschwester Caelina Mauer leitete seit Jahren die Einrichtung, deren Beton durch das Erdbeben massiv zerstört wurde. Das Gebäude war einsturzgefährdet.

Insgesamt 250.000 Euro kamen damals durch die Hilfe von Firmen, Schulen und Privatpersonen zusammen. Wolfgang Klein-Langner, Vorsitzender der Siebold-Gesellschaft reiste immer wieder nach Ichinoseki, um sich vor Ort ein Bild zu machen. "Man hat eine echt erdbebensichere Bauweise durchgeführt, was bei dem vorhergehenden, jahrzehntealten Gebäude nicht gegeben war", sagt Klein-Langner. Außerdem sei darauf geachtet worden, dass sich das Haus nun selbst mit Energie versorgen kann – es verfügt über Solarzellen und Wärmepumpen. Bereits im Juni 2013 fand die Wiedereröffnung statt.

Japanische Jugendliche malen Eindrücke über Deutschland

Ein dritter Teil der Ausstellung zeigt Bilder eines Malwettbewerbs in Japan. Dabei entstanden etwa 150 Bilder und Zeichnungen von japanischen Kindern und Jugendlichen, die auf Veranlassung der Deutschen Botschaft ihre Vorstellungen über "Mein Deutschland" ("Watashi no Doitsu") zum Ausdruck brachten.

Die Sonderausstellung im Siebold-Museum ist ab Freitag, 12. März immer nachmittags von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet.

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