Bild

Die Facebook-Seite von foodsharing.de
© Screenshot Facebook.com

Autoren

Janina Schrupp
© Screenshot Facebook.com

Die Facebook-Seite von foodsharing.de

Sharing is caring ist ein Hashtag aus dem Netz, der so viel bedeutet wie "Teilen bedeutet sich kümmern". Schon der Heilige Martin von Tours, alias Sankt Martin, hat dieses Prinzip gut verstanden. Teilen im Sinne der Nächstenliebe.

Er teilte seinen Mantel und gab die Hälfte einem frierenden Bettler – vorbildlichste Solidarität oder angemessene Nächstenliebe, so nennt das der gute Christ.

Fotos, Videos und Co – Teilen heute?

Ein schickes Foto vom Abendessen oder dem exklusiven Ferienressort auf den Bahamas – dank Facebook und Co werden solche Bilder mit den Freunden und der Welt geteilt – sieht so das Teilen von heute aus? Ganz nach dem Motto: Inszenier' dich selbst und fühl dich besser!

"Jeder möchte das schönere Essen und die noch tollere Reise gemacht haben. Und das Teilen wird auf diese Weise zum Konkurrenzkampf oder zur Bestätigung. Und ich denke, dass dann schon auch Neidgefühle und mangelnde Selbstwertgefühle herangezüchtet werden, die gar nicht nötig sind." Johanna Haberer, evangelische Theologin und Professorin für christliche Publizistik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Ist die Welt also durch das Internet verkommen? So ganz stimmt das nicht. Der Austausch übers Netz hat ja durchaus auch was Gutes, findet Johanna Haberer, schließlich kann Teilen im Netz auch anders aussehen. "Man kann Freunde finden, Aktionen starten, auf die Straße gehen und vieles mehr. Ich denke, auf diese Weise kann das Netz in einer guten Weise Freundschaften unterstützen."

Das "gute Teilen" im Internet

Natürlich gibt es auch viele gute Dinge, die im Internet geteilt werden, um sie dann auch im realen Leben zu teilen: Tauschbörsen für Kleidung, wie Kleiderkreisel oder Mädchenflohmarkt, oder Posts über zu verschenkende Lebensmittel. Damit wird nicht nur anderen eine Freude gemacht, sondern auch noch der Verschwendung von Essen entgegengewirkt. Ohne das Teilen im Netz würden diese Initiativen nicht funktionieren.

Foodsharing ist zum Beispiel so eine Online-Organisation, die sich darauf spezialisiert hat. Bei 168.000 Kilo Lebensmittel, die allein in München jeden Tag weggeschmissen werden, kommt da einiges zusammen. Ein einfacher Post über diese Essensverschwendung, der mehrmals geteilt wird, kann sehr viele Menschen erreichen. Und schon wird ganz leicht etwas Gutes getan.