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Die Serie "PEN15" ist wie eine Zeitreise in das Jahr 2000 | BR24

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Anna (Anna Konkle) und Maya (Maya Erskine) im Rausch der Hormone.

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    Die Serie "PEN15" ist wie eine Zeitreise in das Jahr 2000

    Anna Konkle und Maya Erskine spielen in ihrer Comedy-Serie "PEN15" sich selbst, als 13-Jährige Schülerinnen im Jahr 2000, dabei sind sie Anfang 30 – das ist bizarr, aber auch sehr einfühlsam.

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    7. Klasse, Matheunterricht – gähnende Langeweile. Kleine Zettelchen werden durch die Stuhlreihen gereicht. Heimlich, flüsternd, es raschelt – jemand kichert: Da steht in Großbuchstaben: P E N 1 5. Für Lehrer*innen ist das einfach nur eine unzusammenhängende Buchstabenansammlung: Aber wir wissen genau was gemeint ist – "PEN15" steht natürlich für PENIS. Und das männliche Geschlechtsorgan ist in jeder 7. Klasse ein Brüller.

    Eine Serie, die nach so einem Peniswitz benannt ist, muss sich um Teenager drehen: Es ist der erste Schultag nach den Sommerferien im Jahr 2000. Anna und Maya, beide 13 Jahre alt, kommen in die 7. Klasse und sind aufgeregt. Endlich gehen sie mit den Großen zur Middle School. Ihre Voraussetzungen für den perfekten Start in die Teenagerwelt sind denkbar ungünstig. Mayas Mutter hat ihr am Vorabend einen unvorteilhaften Topfschnitt verpasst, und die Zahnspange tragende Anna wartet drauf, dass ihr endlich Brüste wachsen, wie den coolen Mädchen aus der Stufe. Sie trägt einen BH, um die Jungs zu beeindrucken – und zieht genau wie ihre beste Freundin innerhalb von zehn Minuten die spottenden Blicke und Sprüche ihrer Mitschüler*innen auf sich. Maya und Anna sind alles in allem 7. Klässlerinnen, wie du und ich.

    30 going on 13

    Mit ein bisschen American-Pie-Humor und den üblichen kleinen und großen Teen-Dramen könnte man "PEN15" einfach als eine von vielen High-School-Serien abschreiben und ignorieren. Aber "PEN15" ist ganz anders, als alle Teenserien zuvor. Die Hauptdarstellerinnen sind nämlich fast 20 Jahre älter, als der Rest der Besetzung. Maya und Anna werden von den beiden Serienerfinderinnen und besten Freundinnen Maya Erskine und Anna Konkle gespielt, zwei 31-Jährigen Filmemacherinnen und Comedians. Die beiden haben ihre eigenen, oft richtig peinlichen und berührenden Erfahrungen in der Unterstufe in die Serie einfließen lassen. Maya zum Beispiel ist japanisch-stämmig und muss sich ständig rassistische Sprüche anhören. Als Anna ihr helfen will, macht sie aus Unwissenheit alles nur noch schlimmer und setzt so die Freundschaft aufs Spiel.

    In diesen Momenten vergisst man schnell, dass sich da zwei 30-jährige Frauen als 13-Jährige Teens verkleidet haben. Die Serie ist so großartig und lebensnah geschrieben, dass sich der Witz nicht abnutzt, sondern sogar noch zur Tiefe der Erzählung beiträgt. Konkle und Erskine sind nicht nur jünger geschminkt und gekleidet, ihre erwachsenen Körper wirken auch genauso schlaksig und unbeholfen, wie die von jungen Teens. So merkt man bald nicht mehr, dass Maya und Anna aus der Masse rausstechen, weil sie älter sind – sie stechen heraus, weil sie sich als Außenseiter empfinden.

    Ein Nostalgietrip in die 2000er

    "PEN15" hat mich so sehr an meine eigene Jugend erinnert, dass es manchmal richtig unangenehm wurde. Wenn Maya und Anna zum Beispiel Jungs anflirten, auf die sie stehen – dann wirkt das wie ein Autounfall, bei dem man nicht wegsehen kann, egal wie sehr man es möchte. Genauso habe ich meine eigene Schulzeit noch im Kopf. "PEN15" ist wie eine Zeitreise in das Jahr 2000, mit der Musik, den Klamotten, der Sprache. Wer's miterlebt hat, wie ich, wird oft peinlich berührt sein und alle anderen werden einfach drüber lachen.

    "PEN15" läuft beim Streamingdienst TV Now

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