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Sebastiani-Gelübde Oberschwarzach: Wider die Pest seit 1611 | BR24

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Zum 409. Mal ist heute in der unterfränkischen Steigerwaldgemeinde die Bürgerwehr aufmarschiert. In Festtagstracht und geschultertem Holzgewehr. Richtige Gewehre hatten die Alliierten nach dem zweiten Weltkrieg verboten.

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Sebastiani-Gelübde Oberschwarzach: Wider die Pest seit 1611

Das Sebastiani-Gelübde hat in Oberschwarzach (Lkr. Schweinfurt) schon seit 1611 Tradition. In diesem Jahr wird es erstmals als "Immaterielles Kulturerbe" begangen. Die Bürger bitten den Heiligen Sebastian, den Ort vor der Beulenpest zu beschützen.

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Mit Holzgewehren gegen die Pest: Seit dem Jahr 1611 tritt die Bürgerwehr in Oberschwarzach (Lkr. Schweinfurt) in Frack und Zylinder sowie mit Holzgewehren ausgestattet zum sogenannten "Sebastiani-Gelübde" an. Damals starben 158 Menschen, ein Großteil der Dorfbewohner, am "Schwarzen Tod".

Feierlicher Marsch zum Festgottesdienst

Der Festtag beginnt traditionell mit dem Aufzug der Bürgerwehr um 9.45 Uhr. Hauptmann Georg Wagner kommandiert sie seit 30 Jahren. 54 Mann ist die Abordnung stark. Davor marschieren noch einmal rund 60 Vertreter von Vereinen aus dem Ort am Rande des Steigerwalds. Ziel ist die Kirche "St. Peter und Paul". Dort warten bereits die Steigerwaldkapelle und Fahnenabordnungen zum Festgottesdienst.

Sebastiani-Gelübde zählt zum Immateriellen Kulturerbe

Neu beim 409. Sebastiani-Gelübde in diesem Jahr ist, dass es erstmals unter dem Schirm des Immateriellen Kulturerbes begangen wird. Im Dezember 2019 hatte das Bayerische Heimatministerium bekannt gegeben, den Oberschwarzacher Festtag ins Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufzunehmen. Das Landesverzeichnis soll die kulturelle Vielfalt im Freistaat abbilden.

© BR/Foto: Norbert Steiche

Festgottesdienst zum Sebastiani-Gelübde in der Oberschwarzacher Kirche St. Peter und Paul.