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James-Bond-Legende Sean Connery ist tot | BR24

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Sieben Mal verkörperte Sean Connery den Geheimagenten James Bond. Doch war er mit seinem Image als Lebenmann und Frauenheld nie ganz glücklich. Jetzt ist der Schotte im Alter von 90 Jahren gestorben.

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James-Bond-Legende Sean Connery ist tot

Sein Name war Bond. James Bond. Sean Connery war der erste Bond-Darsteller – und für viele Fans auch der beste. Nun ist der schottische Schauspieler im Alter von 90 Jahren gestorben.

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Schauspieler Sean Connery ist tot. Das teilte seine Familie mit, wie der britische Sender BBC berichtet. Connery sei in der Nacht auf Samstag im Schlaf auf den Bahamas gestorben. Er habe sich seit einer Weile nicht mehr gut gefühlt, erklärte sein Sohn Jason Connery. "Ein trauriger Tag für alle, die meinen Vater kannten und liebten, und Menschen in aller Welt, die seine wunderbare Gabe als Schauspieler genossen haben."

Sieben Mal 007

Berühmtheit erreichte der 1930 in Edinburgh geborene Connery als Agent 007. 1962 spielte er den ersten James Bond. Dabei war Bond-Erfinder Ian Fleming anfangs gar nicht angetan von dem ungeschliffenen jungen Mann, den die Filmemacher für die Titelrolle in "James Bond jagt Dr. No" auserkoren hatten. Connery, Sohn einer Putzfrau und eines Arbeiters, war Fleming nicht mondän genug. "Ich suche Commander Bond und keinen zu groß geratenen Stuntman!", soll er gesagt haben. Doch der Autor ließ sich überzeugen – und gab Bond in seinen Romanen sogar schottische Wurzeln. Bis 1983 verkörperte Sean Connery den britischen Geheimagenten insgesamt sieben Mal.

Bester Bond aller Zeiten

Umfragen kürten ihn mehrfach zum besten Bond aller Zeiten. Steven Spielberg resümierte 2006 auf einer Gala zu Ehren Connerys: "Als Sean Connery als Bond bekannt wurde, wollten alle Männer sein wie er – und alle Frauen wollten ihn."

"Because the moment Sean Connery introduced himself as Bond he became the man all men wanted to be and all women just wanted." Steven Spielberg, Regisseur

Auch wenn der Spruch mittlerweile extrem veraltet wirkt – er fasst die fünf Jahrzehnte umfassende Karriere Connerys perfekt zusammen. Die Erfolgsformel, die Bond-Erfinder Ian Fleming eigentlich für seinen Gentleman-Berufskiller erdacht hatte, wurde 1962 von dem bis dahin nahezu unbekannten Schotten verinnerlicht.

Das Charisma eines Panthers

Connerys hünenhafte Statur und sein gutes Aussehen leisteten dabei ihren Beitrag. Ausschlaggebender jedoch war sein Charisma, eine faszinierende Mischung aus Eleganz und lauernder Gefährlichkeit. Diese Ausstrahlung manifestierte sich in seinem Gang, den die Frau des Bond-Produzenten Albert Broccoli Panther-artig nannte: Während die Arme lässig an der Seite herabhingen, machte der Schauspieler große Schritte, wirkte zurückgenommen und aggressiv zugleich. Eine Körperbeherrschung, die er bei dem schwedischen Tänzer Yet Malmgren erlernt hatte. All das trug dazu bei, dass Connerys Name zum Inbegriff selbstbewusster Männlichkeit wurde – daran änderte sich auch nichts, als er nach über 20 Jahren im Geheimdienst ihrer Majestät endgültig seinen Hut nahm und das ihm schon immer verhasste Toupet in die Ecke pfefferte.

Ein spöttisches Funkeln in den Augen

"Ich kuck ihn dauernd fasziniert an, weil's für mich so tröstlich ist, dass ein Mann, der keine Haare auf der Stirn hat, noch toll aussehen kann, das ist mir sehr beruhigend fürs Alter, muss ich sagen." Als Thomas Gottschalk Mitte der 80er-Jahre diese Bemerkung machte, war Connery auf Promotour für die Umberto-Eco-Verfilmung "Der Name der Rose". Der 56-Jährige, der sich mit Charakterrollen von seinem Actionheld- und Bond-Image lösen wollte, spielte den Mönch William von Baskerville – der Grundstein für seine Filmtonsur war da schon lange gelegt. Aber wer braucht schon volles Haupthaar, wenn unter der zerfurchten Stirn weiterhin tiefschwarze und balkenbreite Augenbrauen einen kritischen Ausdruckstanz aufführen und das so berühmte spöttische Funkeln in den Augen geradezu umrahmen?

Oscar für die beste Nebenrolle

Ein Jahr später spielte Connery den väterlich-weisen irischen Polizisten Jim Malone in Brian De Palmas "The Untouchables". Für diese Rolle erhielt er den Oscar für die beste Nebenrolle – und obendrein kürten die Leser des britischen Filmmagazins Empire seinen Akzent zum "schlimmsten in der Geschichte des Kinos". Denn egal, welche Rolle Connery auch spielte – und sei es ein ägyptischer Edelmann in "Highlander" oder ein sowjetischer U-Boot-Kapitän in "Jagd auf Roter Oktober" – sein schottisches Englisch behielt der überzeugte Patriot ebenso wie sein "Scotland Forever"-Tattoo.

Connery stand zu seinem schottischen Akzent

"A number of decades ago, when I started in this business, I was told by someone who seemed to know what he was talking about, that I should take lessons to erase permanently my accent, so that I could play parts without wearing a kilt. And so that the American audiences could understand what the hell I was saying. Well it's quiet obvious by now, that I didn't take his advice." Sean Connery, Schauspieler

"Als ich vor Jahrzehnten in diesem Geschäft angefangen habe, erzählte mir jemand, der so wirkte, als wüsste er, wovon er sprach, dass ich Stunden nehmen sollte, um meinen Akzent dauerhaft loszuwerden, damit ich Rollen spielen könnte, ohne einen Schottenrock zu tragen. Und damit das amerikanische Publikum verstehen könnte, was zur Hölle ich sage. Es ist ziemlich offensichtlich, dass ich seinen Ratschlag nicht annahm," erklärte Sean Connery einmal. Allein aus diesem unterhaltsamen Grund sollte man Connery-Filme eigentlich immer in der Originalfassung anschauen. Zudem lag ein nicht unerheblicher Teil von Connerys Anziehungskraft in der tiefen Stimme begründet – und in der manchmal recht deftigen Wortwahl.

"I was having lunch with my very first agent. Suddenly he said to me: Sean – life is good. But isn't the third act shit?" Sean Connery, Schauspieler.

"Ich aß mit meinem ersten Agenten zu Mittag. Plötzlich sagte er zu mir: Sean – das Leben ist gut. Aber ist der dritte Akt nicht Scheiße?", plauderte er zum Beispiel. Der dritte Akt, der finale Akt: Connery erzählte diese Anekdote 2006, dem Jahr, in dem er sich in den Ruhestand verabschiedete. Die so markante Stimme war damals schon brüchig.

Rückzug im Alter

Die letzten Jahre seines Lebens zog sich Sir Sean – so durfte er sich seit dem Ritterschlag durch Königin Elizabeth II. nennen – aus der Öffentlichkeit zurück. Seine letzte Filmrolle hatte er 2003 in dem Film "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen." Nur gelegentlich sah man den Rentner danach noch auf Fotos und in Videos, die seine Enkelin Saskia Connery bei Instagram veröffentlichte.

Ihr Vater Jason stammt aus Sean Connerys erster Ehe mit der australischen Schauspielerin Diane Cilento (1933-2011). Seit 1975 war Connery mit der französischen Malerin Micheline Roquebrune verheiratet.

Interviews gab der Charakterkopf schon lange nicht mehr. Und wer gedacht hatte, dass er in seiner 2008 erschienenen Autobiografie süffisante Anekdoten preisgeben würde, sah sich getäuscht: "Mein Schottland, mein Leben" war vor allem eine Hommage an seine Heimat. Sie schließt mit dem kurzen Satz: "Ich habe viele gute Zeiten erlebt."

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Für viele ist er eine der prägenden Jugend-Erinnerungen: Sean Connery als James Bond. Jetzt ist er mit 90 Jahren gestorben. In seiner jahrzehntelangen Karriere ist er oft ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Oscar und mit drei Golden Globes.