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Sci-Fi-Serie "Devs": Ist der freie Wille nur eine Illusion? | BR24

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Gespenstisch: Über dem Tech-Unternehmen "Amaya" wacht eine riesige Statue

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    Sci-Fi-Serie "Devs": Ist der freie Wille nur eine Illusion?

    Nach "Ex-Machina" und "Annihilation" widmet sich Alex Garland mit seiner Serie "Devs" erneut den hochkomplexen Themen künstliche Intelligenz und freier Wille – inmitten der Tech-Blase des Silicon Valley.

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    In einem abhörsicheren, elektrisch abgeschirmten, quadratischen Gebäude sitzt tief unter der Erde ein schillernder mächtiger Quantencomputer. Er ist eingeschlossen in ein Vakuum und schwebt in einem goldenen Kasten versiegelt auf einem Magnetfeld, das nur eine handvoll Leute über eine Luftschleuse überqueren können. Denn diese Maschine, das Herzstück des Projektes "Devs", weiß alles.

    Die gleichnamige Serie "Devs" ist eine Science Fiction-Serie, aber nicht mit Raumschiffen in der fernen Zukunft, sondern hier und jetzt in der Hauptstadt der Tech-Giganten San Francisco, wo IT-Spezialistinnen und Programmierer aus der ganzen Welt an Zukunftstechnologien arbeiten. Lily Chan und ihr Freund Sergei Pavlov sind zwei davon. Eines Tages wird Sergei in ein geheimes Projekt mit dem Namen Devs befördert: Er hat es geschafft mit Hilfe künstlicher Intelligenz das Verhalten eines Einzellers 30 Sekunden in die Zukunft vorherzusagen. Und zwar korrekt.

    Die philosophische Seite der Tech-Hypes

    Was das Ziel des Projekts Devs ist, weiß niemand, nicht mal das kleine Team, das daran arbeitet. Denn es ist strengstens verboten darüber zu sprechen. Sicher ist nur, in dem riesigen goldenen Kubus unter der Erde geht etwas Merkwürdiges vor sich.

    Eine sektenartige Unternehmenskultur, Geheimniskrämerei und arbeiten bis zur Selbstaufgabe, das steht im Silicon Valley an der Tagesordnung. Was Sergei zustößt allerdings nicht: Am ersten Tag im neuen Projekt kopiert er gegen die Regeln ein paar Daten. Ein Fehler, den er nicht überlebt.

    Die Aufnahmen der Sicherheitskameras legen einen Selbstmord nahe, aber seine Freundin Lily ist überzeugt, dass das so nicht passiert sein kann. Die Sicherheitsexpertin recherchiert und stößt dabei auf beunruhigende Informationen – über ihren Freund Sergei, aber auch über den Firmengründer Forest (Nick Offerman).

    Nichts passiert zufällig

    Der hat den Tod seiner kleinen Tochter Amaya nie überwunden und verbringt seine Zeit damit, sich Videos von seiner Tochter anzugucken. Sein ganzes Leben dreht sich um Amaya – und so wie es aussieht, auch das Ziel seines Tech-Unternehmens, das er nach Amaya benannt hat: Ihr zu Ehren ragt eine gespenstische, hochhaushohe Statue seiner Tochter über das Firmengelände. In ihrem Schatten steht alles, was in der Serie – und in seinem Geheimprojekt Devs geschieht. Forest ist sich sicher: Alles im Leben hat einen Grund. Und damit ist theoretisch auch alles vorhersehbar.

    Die Liebe, die scheinbar vermeidbaren Tragödien im Leben und die Frage, ob wir unser Leben wirklich selbst in der Hand haben, oder alles vorbestimmt ist: das sind die philosophischen Themen, die Serienschöpfer Alex Garland verständlich in einen sehr langsamen Tech-Thriller verpackt. Anders als sein Film "Ex-Machina", über eine menschenähnliche künstliche Intelligenz, entwickelt "Devs" aber erst spät einen Sog. Man muss schon sehr am Thema interessiert sein, um bis zum spannenden und komplexen Finale durchzuhalten. Das liefert dafür aber umso mehr Stoff zum Nachdenken.

    "Devs" läuft bei FOX im Pay-TV und ist z.B. über Magenta TV und SkyTicket streambar.

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