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Schriftsteller antworten auf das Buch der Psalmen

„Ritter, Bauern, Lutheraner“, heißt die Bayerische Landesausstellung 2017, im Jubiläumsjahr der Reformation. Schriftsteller heute zeigen in Bayern 2, Luther und die Psalmen sind nicht nur historisch und kein Fall von gestern. Von Cornelia Zetzsche

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„herr /höre mich, wenn du kannst/ auf mein gedicht hast du nicht gehört/ war es zu fein für deine lakaien?/ so daß sie dich mit ihrem lärm daran gehindert haben/ zuzuhören?“

So beginnt Said, der Münchner Dichter und Exilant aus Teheran, sein Gebet oder besser: sein Zwiegespräch mit Gott und schreibt bewußt „herr“ nicht in großen Lettern wie in der Bibel, sondern in kleinen Buchstaben, auf Augenhöhe sozusagen.

„ich bitte dich/ oh herr/ erhöre mich und mein gebet/ auf daß ich wieder ungehorsam werde“

Genügsamkeit, Demut, Freiheit erfleht Said für sich selbst und Gottes Zorn gegen

„die divergenz zwischen arm und reich die/ himmelschreiend geworden ist.“

Aus tiefer Not ruf‘ ich zu Dir (Psalm 130)

Saids kummervoll-wütender Psalm gegen das Unrecht in der Welt ist eine Antwort auf Psalm 130 und einer von sechs literarischen Texten, die im Auftrag von Bayern 2 entstanden und in „radioTexte – Das offene Buch“ am Sonntagmorgen zu hören sind. Mit Feridun Zaimoglu, Sibylle Lewitscharoff, Gila Lustiger und Uwe Kolbe. Und Büchner-Preisträger Arnold Stadler:

Introibo

„Bergauf war das Hauptwort von allen, die sie Hoffnung eigentlich schon aufgegeben hatten und ihren Menschen mit der Wahrheit, daß es irgendwann aus wäre, das Leben nicht noch schwerer machen wollten.“

So beginnt Büchner-Preisträger Arnold Stadler seine höchst amüsante, ironische Erzählung und schickt einen Grabredner in sein Dorf, mit Navi, anders findet er die Heimat nicht mehr und den Dorffriedhof, auf dem er einst mit den Grabinschriften Lesen lernte mit Pater Tutilo, dem letzten, der noch direkt zu recht „per du“ mit Gott war.