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Schimpfwort-Zwang unter Playmobilfrisur

Die Sleaford Mods spielen auf immer größeren Bühnen, werden immer berühmter. Und wütender. Das hört man auch auf ihrem neuen Album "English Tapas". Von Tobias Ruhland

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England ist wie sein Essen: klaut gerne bei fremden Kulturen, – gracias Espana for your tapas – macht was Neues draus und verschandelt es. Die English Tapas der Sleaford Mods sind – um jetzt mal im Bild zu bleiben – durchgängig in den typisch minimalistischen Bass-Hass-Bollerbeats frittiert und die ersten Songs kommen daher wie kleine gepfefferte Appetizer.

Schimpfkanonaden

In „Just Like We Do“ die Plattenindustrie und so genannte Musikexperten anpissen – klar, das geht immer. Anders in "Time Sands": Fröhliches Vogelgezwitscher, die Beats werden ein bisschen funky, der Schimpfsprech wird melodiöser und Andrew Williamson mit nun auch 46 Jahren ein bisschen versöhnlicher? Keine Spur! Das Schimpfwort-Tourette-Gehirngetriebe unter seiner Playmobilfrisur läuft wie geschmiert.

Gegen Labour

Als „Poser-Arschloch“ hat er vor einem Jahr den Labour Parlamentsabgeordneten Dan Jarvis auf Twitter beschimpft. Williamson – damals selber noch Mitglied bei Labour – wurde daraufhin wie viele andere unliebsame Mitglieder vom Parteitag ausgeschlossen. Eine Entschuldigung wäre angebracht, oder? Ja, die Mods fühlen sich in der Tat schlecht und am Ende von „English Tapas“ stimmen sie ein „I Feel so Wrong“ an und stolpern eine Klaviertreppe rauf und runter.

"Es geht um mich und meinen Widerwillen aufzuhören, mit dem Trinken, mit den Drogen und dem nächtlichen Herumirren und in den Himmel schauen und sich denken: Irgendwas läuft hier falsch. Auf dem neuen Album sind einige Lieder über mich und meine Gefühle, aber alles nicht so direkt, sondern eher schlau und nachdenklich."