BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© Star Max/Picture Alliance
Bildrechte: Star Max/Picture Alliance

Britney Spears

Per Mail sharen

    "Scheinheilig": Britney Spears kritisiert BBC und New York Times

    Sie steht unter Vormundschaft und ist Gegenstand breiter Berichterstattung, doch vor Gericht wehrt sich der Popstar gegen ihre Entmündigung und auf Instagram gegen die TV-Dokus seriöser Medien - die sie für heuchlerisch statt selbstkritisch hält.

    Per Mail sharen
    Von
    • Peter Jungblut

    "Sie kritisieren die Medien und machen dann genau dasselbe?????" fragt Britney Spears auf ihrem Instagram-Account in Richtung hoch angesehener TV-Sender. Sie meint damit in erster Linie die von der "New York Times" produzierte Dokumentation "Framing Britney Spears", die im Februar beim amerikanischen Streaming-Dienst Hulu zu sehen war, einem Gemeinschaftsunternehmen von NBC und Disney/ABC. In der 75-minütigen Sendung war Autorin Samantha Stark heftig mit der Klatschpresse ins Gericht gegangen, hatte Gesellschaftsreportern "Jagdeifer" auf die skandalumwitterte Pop-Ikone vorgeworfen. Eine Million Tweets innerhalb von wenigen Tagen zeigten, wie sehr der Film die Öffentlichkeit beschäftigte. Pop-Kollege Justin Timberlake tat für den "unangemessenen Umgang" mit seiner Ex-Freundin öffentlich Abbitte.

    Britney Spears selbst hatte in keiner Weise an der Doku mitgewirkt, nach der Ausstrahlung jedoch getwittert: "Jeder hat seine eigene Geschichte und seine Sicht auf die Geschichten der anderen. Wir alle haben so unterschiedliche, großartige, schöne Lebensläufe. Denkt dran, was auch immer ihr glaubt, vom Leben anderer zu wissen, es ist nichts im Vergleich zur eigentlichen Person hinter der Kameralinse." Später behauptete Spears, die Doku habe sie so wütend gemacht, dass sie zwei Wochen nur "geheult" habe. Allerdings tanzte sie dazu zum Song "Crazy" von Aerosmith.

    Inzwischen hat Regisseurin Samantha Stark gegenüber dem Fachportal "Deadline" ihre Medienkritik bekräftigt: "Britney Spears wurde lange Zeit nicht ernst genommen, wurde zum Gespött, wie die Berichterstattung zeit ihres Lebens beweist. Ich war beunruhigt, ob die Leute damit fortfahren würden, sich über sie lustig zu machen, aber es war wirklich, wirklich unglaublich zu sehen, dass die Leute mitbekommen haben, worum es uns ging."

    "Ich bin ehrlich gesagt verwirrt"

    Am vergangenen Samstag legte die britische BBC nach und strahlte Mobeen Azhars Doku "The Battle for Britney" aus, ebenfalls mit medienkritischer Attitüde. Darin kam auch ein Maskenbildner zu Wort, der behauptete, ein Vertrauter von Spears zu sein, doch die Sängerin schrieb nun, sie sei "ehrlich gesagt verwirrt", denn sie habe mit dem Mann gar nicht gesprochen. Im Übrigen bedauerte Spears, dass sich abermals eine Doku mit den "schlimmsten und albtraumhaftesten Zeiten" in ihrem Leben befasse: "Ich freue mich wahnsinnig, Sie daran zu erinnern, dass auch, wenn ich in meinem Leben ziemlich miese Tage hatte, es viel mehr großartige Zeiten gab und bedauerlicherweise, meine Freunde, glaube ich, dass die Welt mehr an der negativen Seite interessiert ist." Auch an der BBC-Sendung war Spears nicht beteiligt.

    © Chris Pizzello
    Bildrechte: Chris Pizzello

    Demonstranten für Britney Spears

    Das Netz rätselt inzwischen, welche Absichten die Sängerin mit ihrer Medienschelte verfolgt. Sie selbst wurde zum letzten Mal 2008 bei MTV interviewt. Derzeit dreht sich in Hollywood alles um den aktuellen Prozess des Stars. Wie ihr Anwalt ankündigte, will Spears am 23. Juni im Verfahren um die Rücknahme ihrer Entmündigung vor Gericht persönlich auftreten. Sie will erreichen, dass ihr Vater Jamie Spears nicht länger ihre Geschäfte führt. Seit dem 1. Februar 2008 darf sich die Sängerin nicht mehr selbst darum kümmern, nachdem sie sich mit ihren Kindern in der Villa in Los Angeles verbarrikadiert hatte. Zuvor war ihrem Ex-Mann, dem Tänzer Kevin Federline, das alleinige Sorgerecht für die beiden gemeinsamen Söhne zugesprochen worden. Spears wurde damals wegen "Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen" zwangsweise ins Krankenhaus eingewiesen, da sie eine "Gefahr für sich und andere" darstelle.

    Es geht um 60 Millionen Dollar

    Nach der Liste des Wirtschaftsblatts Forbes soll Spears rund 60 Millionen Dollar besitzen. Sie hat seit 2016 kein Album mehr vorgelegt und tritt seit 2018 auch nicht mehr live auf. Aus den Gerichtsunterlagen geht hervor, dass Vater Jamie jährlich 128.000 Dollar Vormundschaftsgebühren kassieren darf. Dessen Anwälte behaupten, er würde sich "hervorragend" um das Vermögen kümmern. Die Gerichtstermine werden regelmäßig von Demonstrationen der Britney-Fans begleitet und sorgen für erhebliches Aufsehen.

    Verpassen war gestern, der BR-Kultur-Newsletter ist heute: Einmal die Woche mit Kultursendungen und -podcasts, aktuellen Debatten und großen Kulturdokumentationen. Hier geht's zur Anmeldung!

    Aktuelle Debatten, neue Filme und Ausstellungen, aufregende Musik und Vorführungen ... In unserem kulturWelt-Podcast sprechen wir täglich über das, was die Welt der Kultur bewegt. Hier abonnieren!