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Schauspielerin Irm Hermann gestorben | BR24

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Sie war eine Muse von Rainer Werner Fassbinder. Daneben spielte Irm Hermann in Filmen von Herzog, Kinski, Schlingensief und anderen Regisseuren mit. Auch auf der Theaterbühne war die Autodidaktin zu sehen.

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Schauspielerin Irm Hermann gestorben

Die Schauspielerin Irm Hermann ist tot. Sie ist im Alter von 77 Jahren gestorben, wie ihre Agentin Antje Schlag unter Berufung auf die Familie mitteilte. Hermann spielte in zahlreichen Fassbinder-Filmen.

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Sie gehörte zum engsten Kreis des legendären Regisseurs Rainer Werner Fassbinder und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: Die Schauspielerin Irm Hermann ist am vergangenen Dienstag im Alter von 77 Jahren verstorben.

Über die Jahrzehnte wirkte sie in zahlreichen Spielfilmen, Fernsehfilmen, Theaterstücken und Hörspielen mit. Nach Angaben ihrer Agentin Antje Schlag, sei Hermann nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.

Von der Verlagskauffrau zur Fassbinder-Muse

Geboren wurde sie 1942 in München und absolvierte nach der Schule zunächst eine Lehre als Verlagskauffrau. In den 60er-Jahren lernte sie Fassbinder kennen, der sie 1966 in seinem ersten Film "Der Stadtstreicher" besetzte.

In den kommenden Jahren spielte sie in rund 20 seiner Filme mit, u.a. in "Die Bitteren Tränen der Petra von Kant", in "Der Händler der vier Jahreszeiten", wofür sie 1972 mit dem "Filmband in Gold" in der Kategorie "Beste Darstellerische Leistungen" ausgezeichnet wurde, sowie in "Effi Briest" und "Mutter Küsters' Fahrt zum Himmel".

1975 trennte sich Irm Hermann von Fassbinder, zog nach Berlin und arbeitete mit vielen weiteren namhaften Regisseuren wie Werner Herzog, H. W. Geißendörfer, Percy Adlon oder auch dem Dramatiker Tankred Dorst. Für ihre Rolle der Mitgefangenen von Sophie Scholl in "Fünf letzte Tage" wurde Hermann mit dem Deutschen Filmpreis geehrt.

Erfolg auch im Theater und Hörspiel

Daneben war die Münchnerin auch auf den Theaterbühnen sehr erfolgreich: So spielte sie 1979 bis 1980 und dann wieder 1987 bis 1991 an der Berliner Volksbühne. Zwischen 1991 und 1993 gehörte sie zum Berliner Ensemble. Für Schlingensief stand sie im "Hamlet" ebenso auf der Bühne wie als herrische Kanzlergattin in "Berliner Republik".

Zudem wirkte Hermann in zahlreichen Audio-Produktionen mit, wofür sie 2009 mit dem "Deutschen Hörbuchpreis" als "Beste Interpretin" ausgezeichnet wurde. Irm Hermann sprach etwa in der SWR-Hörspielproduktion "Der Zauberer von Ost" aus dem Jahr 2019, die Rolle der Erzählerin Dorothy, dem kleinen Mädchen aus dem berühmten amerikanischen Kinderbuch "Der Zauberer von Oz" von Lyman Frank. Das Hörspiel reflektiert auch die Geschichte der Volksbühne am Rosa-Luxemburg Platz, einem Theater welchem die Schauspielerin lange Jahre verbunden war.

Hermann lebte zuletzt in Berlin und war mit dem Kinderbuchautor Dietmar Roberg verheiratet, mit dem sie zwei Söhne hat.

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