Die Sängerin am Mikrofon
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Beyoncé im Februar bei der Grammy-Verleihung

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Sängerin Beyoncé soll Schwedens Inflationsrate erhöht haben

Weil Zehntausende von Fans im Mai nach Stockholm strömten, beschleunigte sich nach Meinung eines Volkswirtschaftlers die Teuerung im ganzen Land. Hotelzimmer und Restaurants langten ebenso zu wie Einkaufszentren: Ein "seltenes Phänomen".

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Die schwedische Zentralbank habe endlich einen Schuldigen für die knapp zehnprozentige Geldentwertung auf Jahressicht im vergangenen Mai gefunden, scherzte die britische "Financial Times": Die Sängerin Beyoncé ("Halo", "Crazy in Love"). Der mutmaßliche Umstand wurde als "ganz erstaunlich" bezeichnet.

Wirtschaftsfachmann Michael Grahn von der Danske Bank hatte in einem Interview mit dem Fachblatt "Wallstreet Journal" den Beyoncé-Inflationseffekt in Schweden auf zusätzlich 0,2 Prozent beziffert, was in dieser durchaus ansehnlichen skandinavischen Volkswirtschaft beachtlich ist. Die rund 46.000 Fans der Sängerin, die Mitte Mai in Stockholm zwei Konzerte gab, sollen einen enormen Preisdruck ausgelöst haben, vor allem natürlich auf die touristische Infrastruktur, also Beherbergungsbetriebe und Restaurants, aber auch Einkaufszentren. Wegen eines günstigen Wechselkursverhältnisses sollen zahlreiche Beyoncé-Fans aus Übersee angereist sein: Die Tickets kosteten in Stockholm umgerechnet bis zu 140 US-Dollar, in Las Vegas dagegen müssen Fans bis zu knapp 700 Dollar hinblättern. Auf dem US-Zweitmarkt werden noch ganz andere "Mondpreise" aufgerufen.

Londons Hotelbranche am Limit

Jetzt wird befürchtet, dass Bruce Springsteen auf die schwedische Inflationsrate ähnlich negative Auswirkungen haben könnte, wenn er Ende Juni drei Gigs in Göteborg absolviert. Ansonsten schaffen es laut "Financial Times" eigentlich nur große Sportwettbewerbe, die Inflationsrate in kleineren Staaten zu beeinflussen, nicht einzelne Konzerte.

Popsängerin Beyoncé ist mit ihrer "Renaissance World Tour" aktuell in Deutschland und den Niederlanden unterwegs, wo sie vermutlich nicht so "tiefe" Spuren in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung hinterlassen wird. Mitte Juli kehrt sie in die USA zurück, wo ebenfalls etliche Konzerte geplant sind. Die Künstlerin gehört mit rund 200 Millionen verkauften Tonträgern und Downloads zu den weltweit erfolgreichsten überhaupt und durfte sich bereits über sagenhafte 32 Grammys freuen, die wichtigsten Musikpreise Amerikas. Sie soll mit ihrem Vermögen einer der reichsten Popstars sein und gilt nach wie vor als bestbezahlte Frau im Musikgeschäft.

Laut britischer BBC wird erwartet, dass Beyoncé mit ihrer aktuellen Tour weltweit rund 2,3 Milliarden Euro umsetzt. Selbst in London soll die Hotelbranche so überlastet gewesen sein, dass obdachlose Familien, die von den Behörden in Pensionen eingewiesen worden waren, vorübergehend ausziehen mussten, um Platz für Fans zu schaffen.

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