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Rushhour für Christophorus, den Schutzpatron der Reisenden | BR24

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Laut Heiligenlegende trug Christopherus das Jesuskind auf den Schultern

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Rushhour für Christophorus, den Schutzpatron der Reisenden

Christophorus ist der Schutzpatron der Reisenden. Auch in Zeiten sinkender Kirchenbindung hat der Heilige Hochkonjunktur. Kurz vor Ferienbeginn sind gesegnete Christophorus-Plaketten sowie Fahrzeugsegnungen stark nachgefragt.

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Der Autohof Geiselwind vereint Raststätte und Eventzentrum. An dem trubeligen Ort gibt es aber auch eine Autobahnkapelle, um die sich die Besitzerin persönlich kümmert. Und einmal im Jahr auch Christophorus-Plaketten segnet.

Christophorus ist einer der 14 Nothelfer und Schutzpatron der Reisenden. Kurz vor Ferienbeginn sind Fahrzeugsegnungen und gesegnete Christophorus-Plaketten gefragt.

So auch im Autohof Geiselwind im unterfränkischen Landkreis Kitzingen. Manuela Strohofer ist die Chefin des Autohofs, sie ist aber auch Wortgottesdienstleiterin in der ökumenischen Autobahnkirche. Und: Sie segnet Plaketten mit dem Abbild des Heiligen Christophorus darauf. "Ich bitte Dich: segne auf die Fürbitte des heiligen Christophorus diese Plaketten", bittet sie und breitet die Hand in einer Segnungsgeste über einen Teller mit Christophorusmedaillen.

Biker, Fernfahrer, Pendler - alle setzen auf Christophorus' Hilfe

Am Segen des Heiligen Christophorus ist offenbar allen gelegen, Bikern, Lastwagen- und Autofahrern. "Ich weiß, mein Papa hat beim ersten Auto – das war ein Goggo – da hat er einen Christophorus reingemacht und der Christophorus vom Papa, der ging in jedes Auto weiter", erzählt Autofahrerin Barbara Bartz aus Geiselwind. Sie weiß, wie nötig ein Schutzheiliger für Autofahrer bisweilen sein kann. Der heilige Christophorus war bei ihr besonders gefordert. Seit sechs Jahren fährt sie zusammen mit ihrem Mann Hans jeden Tag an eine bestimmte Kreuzung - zu den Blumen, die sie in Erinnerung an den 29. Juni 2013 gepflanzt hat.

"Ich hatte vor sechs Jahren einen schweren Autounfall. Hier in dieser Kurve gegenüber", erinnert sie sich. "Es gab einen Frontalzusammenstoß. Ich bin aus ungeklärten Gründen auf die Gegenfahrbahn gekommen, hatte die Enkelkinder im Auto und in dem anderen Auto waren noch vier Kinder." In wenigen Minuten kamen die Rettungskräfte an den Unfallort. Und der Ehemann. "Drei Feuerwehrwagen waren am Unfallort, drei Hubschrauber", erinnert sich Hans Bartz an den Anblick an der Unfallstelle. "Ich wollte zu meiner Frau, aber sie war eingeklemmt. Die Rettungskräfte wollten mich nicht zu ihr lassen, aber ich habe so gebettelt. Und dann hab ich ihr einen Kuss auf die Wange gegeben und ein Kreuzzeichen auf die Stirn gemacht und bin gegangen."

Unfallopfer Barbara Bartz: "Es war lange Zeit nicht klar, ob ich überlebe"

Wie ein Wunder empfindet Barbara Bartz heute, dass alle sieben Kinder mit leichten Knochenbrüchen davonkamen. Sie selbst war schwer verletzt, erzählt sie: "Ich hatte zwölf Rippenbrüche in Serie. Ich hatte einen Schambeinbruch. Es war das Becken gebrochen. Dann ist die Lunge kollabiert und ich hatte einen Bluterguss am Herzen. Also, es war lange Zeit nicht klar, ob ich es überstehe oder nicht."

"Das Danke geht an alle", sagt die Geiselwinderin hörbar von Herzen, "das geht an die 14 Nothelfer, das geht an den Christophorus, dass er aufgepasst hat, dass vor allen Dingen die Kinder keinen Schaden behalten haben. Das ist das Allerwichtigste für mich. Weil, wenn ein Kind das durchmachen müsste, was ich durchgemacht habe, damit wäre ich nicht fertig geworden."

Christophorus trug Jesus sicher über den Fluss

In der Autobahnkirche Geiselwind ist eine Ecke Anton, dem Bruder von Autohofmanagerin Manuela Strohofer, gewidmet. Er starb kurz vor seinem 18. Geburtstag bei einem Autounfall, erzählt sie: "Ich habe durch den Unfalltod meines Bruders eine besonders tiefe Beziehung zum heiligen Christophorus. Er ist ja der Schutzpatron der Reisenden und ich bete auch täglich zu ihm. Auch dass wir beschützt sind, wenn wir unterwegs sind auf unserer persönlichen Lebensreise und nicht nur für eine kleine Etappe von Geiselwind nach München oder in den Urlaub und wieder zurück. Er ist jeden Tag für uns da."

Der (katholische) Heilige wird häufig als riesenhafter Mann mit einem Stock in der Hand dargestellt, der das Christuskind auf seinen Schultern durch einen Fluss trägt. Dies ist auch ein Hinweis auf den Namen des Heiligen, der "Christusträger" bedeutet.

Tipp für Urlaubsreisende: Fahrzeugsegnungen finden jetzt, kurz vor Ferienbeginn an vielen Orten im Freistaat statt, zum Beispiel von der St.-Christophorus-Bruderschaft München mit Pfarrer Rainer Schießler am Sonntag, 28. Juli, um 10.30 Uhr in der Münchner Pfarrkirche St. Maximilian.

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