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Rundfunkrat wählt Katja Wildermuth zur neuen BR-Intendantin | BR24

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Die neue Intendantin des Bayerischen Rundfunks: Katja Wildermuth.

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Rundfunkrat wählt Katja Wildermuth zur neuen BR-Intendantin

Mit deutlicher Mehrheit ist Katja Wildermuth zur ersten Intendantin in der 71-jährigen Geschichte des Bayerischen Rundfunks gewählt worden. Nach 10 Jahren im Amt hatte BR-Intendant Ulrich Wilhelm nicht mehr für eine dritte Amtszeit kandidiert.

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Es ist eine kleine Sensation: Als erste Frau an der Spitze des Bayerischen Rundfunks betritt Katja Wildermuth das Pressezentrum, die Freude ist der zukünftigen Intendantin ins Gesicht geschrieben.

Wildermuth siegt im ersten Durchgang

38 von anwesenden 48 RundfunkrätInnen gaben ihr die Stimme – direkt im ersten Wahlgang. Ihre Gegenkandidaten waren Albrecht Frenzel, der Verwaltungsdirektor des Bayerischen Rundfunks, und Christian Vogg, Bereichsleiter "Dokumentation und Archive" beim Schweizer Radio und Fernsehen – sie hatten das Nachsehen.

Rundfunkratsvorsitzender Lorenz Wolf beschreibt die Wahl dennoch als nicht einfach:

"Wir haben sehr gute Kandidaten gehabt, so dass es eine Wahl war zwischen guten Persönlichkeiten. Ihre Präsentation war offensichtlich auch so überzeugend und gut, dass dieses hohe Wahlergebnis zustande gekommen ist." Lorenz Wolf, Vorsitzender des Rundfunkrats

Wildermuth: Rückkehr nach München ist große Freude

Die 55-jährige Katja Wildermuth kehrt für ihr neues Amt nach München zurück, wo sie studiert hat: Deutsch, Geschichte und Sozialkunde für das Lehramt Gymnasium. Während ihrer Promotion in Alter Geschichte, war sie als Dozentin an der LMU tätig. Aufgewachsen ist sie unweit von München, im oberbayerischen Anzing. Für sie ist die Rückkehr eine große Freude.

"Meine Familie und meine Freunde sind immer hier geblieben und haben das am Ende nicht so ganz verstanden, warum ich in den Osten gegangen bin. Ich hab das damals sehr gerne und ganz bewusst gemacht, weil ich einfach fand, dass das so eine historische Ausnahmesituation war, in den 90er Jahren zu schauen, wie sich dort alles verändert in kürzester Zeit. Ich habe das nie bereut, ich hab viel gelernt, auch noch mal viel gelernt in Hamburg, aber jetzt ist es wie heimkommen und darauf freue ich mich total." Katja Wildermuth, neue Intendantin des BR

Besondere Erfahrung in Sachen Trimedialität

Während ihrer langjährigen Fernseh-Karriere beim Mittel- und Norddeutschen Rundfunk, war sie verantwortlich für viele preisgekrönte Dokumentarfilme, darunter Kooperationen mit Arte und crossmediale Projekte.

Wildermuth gilt als besonders erfahren, was Digitalisierung und trimediale Strukturen betrifft, also das Zusammenführen von Radio, Fernsehen und Online. Wie auch in anderen öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten steht diese Umstrukturierung in engem Zusammenhang mit großen Sparzwängen.

"Viele Leute sagen ja, das ist eine ganz schön herausfordernde Zeit, weil wir Spardebatten haben, weil wir Reformdebatten haben, weil wir Akzeptanzdebatten haben. Und es gibt auch die eine oder andere Pressestimme, die sagt, ein - Zitat - 'perspektivisch freudloses Amt'. Ich sehe das überhaupt nicht so. Ich finde, dass das eine sehr gute Chance auch bietet, dass wir überlegen, was sind die Stärken des Bayerischen Rundfunks, mit welchen Inhalten, mit welchen tollen Profilen wollen wir ins nächste Jahrzehnt gehen? Und auf diese Debatte freue ich mich ganz besonders." Katja Wildermuth, neue Intendantin des BR

Landtagspräsidentin Aigner eine der ersten Gratulantinnen

Vor allem mit den Finanzen der Rundfunkanstalt befasst, ist der Verwaltungsrat. Dessen Vorsitzende, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, gratulierte prompt.

"Ich freue mich natürlich auf die Zusammenarbeit, gerade auch im Verwaltungsrat, der ja die finanziellen Aspekte sehr stark im Auge hat, aber auch die Personalentwicklung, was sehr stark die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrifft. Und ich freue mich auch, dass Frau Dr. Wildermuth eine Frau ist. Sie ist das nicht geworden, weil sie eine Frau ist, sondern sie hat durch Qualifikation überzeugt und das freut mich ganz besonders." Ilse Aigner, Vorsitzende des Verwaltungsrats

Amtsantritt im Februar 2021

Corona zum Trotz hatten sich 48 der 50 Rundfunkräte und Rundfunkrätinnen im BR Studio Unterföhring zusammengefunden. Wo sonst Kochsendungen wie Schuhbecks produziert oder Bürokulissen für den Münchner Tatort aufgebaut werden, ging es diesmal um Ernstes: Um die Frage, wer in den nächsten 5 Jahren die Verantwortung für den BR trägt.

Katja Wildermuth tritt ihr Amt im Februar nächsten Jahres an und wird ARD-weit die vierte Frau an der Spitze einer öffentlich-rechtlichen Anstalt sein.

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Der BR-Rundfunkrat hat zum ersten Mal eine Frau an die Spitze des Senders gewählt. Katja Wildermuth, derzeit noch Programmdirektorin beim MDR, tritt ihr Amt als BR-Intendantin im Februar 2021 an.

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