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Ruhr 2010: Was blieb vom Titel Kulturhauptstadt? | BR24

© Urbanatix

In Nürnberg läuft gerade die heiße Phase in der Bewerbung um den Titel "Europäische Kulturhauptstadt 2025". 2010 durfte sich das Ruhrgebiet mit dem Titel schmücken. Damals setzte man große Hoffnungen auf den Titel. Doch was blieb davon?

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Ruhr 2010: Was blieb vom Titel Kulturhauptstadt?

In Nürnberg läuft gerade die heiße Phase in der Bewerbung um den Titel "Europäische Kulturhauptstadt 2025". 2010 durfte sich das Ruhrgebiet mit der Auszeichnung schmücken. Damals setzte man große Hoffnungen auf den Titel. Doch was blieb davon?

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Jung und wild mit Akrobatik und HipHop, das beschreibt die Show "Urbanatix", in der erfahrene Profis mit jungen Talenten auf der Bühne stehen. Ihren Ursprung haben die Shows mit mittlerweile 200.000 Zuschauerinnen und Zuschauern in der Bewerbung Essens um den Titel "Europäische Kulturhauptstadt". Der Bochumer Christian Eggert hatte die Idee und wollte damit den Bewohnern aus der Region die Chance geben, ihr Können auf der Bühne zu zeigen.

Vom Kohle-Revier zum Kreativ-Quartier

Jahrzehntelang war das Ruhrgebiet für Kohle, Zechen und Stahl bekannt. Nach dem Niedergang der Schwerindustrie herrschte vielerorts eine hohe Arbeitslosigkeit, das Image des "Ruhrpotts" war nicht das beste. Dann folgte die Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt. Mit dem Motto "Wandel durch Kultur" setzte sich Essen 2006 gemeinsam mit 53 weiteren Städten aus dem Ruhrgebiet durch. Der Traum von "Ruhr.2010" wurde Realität.

Umfassendes Programm mit enormen Kosten

Über 300 Projekte und 5.000 Veranstaltungen reichten von der Hochkultur bis zum Mitmachprojekt. Neue Museen wurden eröffnet, Kulturschaffende vernetzten sich über Stadtgrenzen hinweg. Die A40 wurde auf 60 Kilometern Länge für einen Tag gesperrt. Statt Autos gab es eine Kultur-Party. Gelbe Luftballons stiegen über ehemaligen Kohleschächten in die Luft. Rund 70 Millionen Euro flossen in die Kultur. In einer Region, die massiv von Arbeitslosigkeit betroffen war, erschien das vielen zu hoch.

Tourismusboom ist nachhaltig

"Ruhr.2010" lockte über zehn Millionen Gäste an. Viele erlebten das Kohle-Revier als kreative, lebendige Kultur-Region. 2009 verbuchte die Region rund 6,5 Millionen Übernachtungen. Im Kulturhauptstadt-Jahr gab es einen Zuwachs von einer Million Übernachtungsgäste. Ein Positivtrend, der sich weiter fortschrieb. Aktuell verzeichnet der "Pott" 8,5 Millionen Übernachtungsgäste. "Was besonders schön war, dass wir eben nicht wie viele andere Kulturhauptstädte danach in ein Loch gefallen sind (…)", sagt der Geschäftsführer der Ruhr Tourismus GmbH Axel Biermann.

Nürnberg will nachziehen

Essen ist bisher die letzte deutsche Stadt, die sich mit dem Titel schmücken durfte. Nürnberg möchte mit dem Motto "past forward" punkten. Am 23. Oktober wird die Jury der Frankenmetropole einen digitalen Besuch abstatten. Am 28. Oktober zeigt sich dann, ob Nürnberg vor den Mitbewerbern Magdeburg, Hannover, Hildesheim und Chemnitz liegt und den Titel "Europäische Kulturhauptstadt" zum ersten Mal nach Bayern holt.

BR Fernsehen: Sondersendungen am 14. Oktober

• 20.15 Uhr: "Countdown – Nürnberg 2025" LIVE aus Nürnberg mit Talkgästen, Schalten in die Region und Kultureinlagen. Die Moderatoren Julia Büchler und Tilmann Schöberl diskutieren mit Talkgästen, Publikum und Zuschauern via Chat über die Hintergründe und Bedeutung der Bewerbung sowie die Chancen für Bayern.

• 22.00 Uhr: "Barwasser in Nürnberg" Journalist und Kabarettist Frank-Markus Barwasser zieht los, um die Frankenmetropole zu erkunden – jenseits der touristischen Hotspots und feuilletonistischen Klischees. Welches Lebensgefühl wird der kritische, humorvolle Besucher Barwasser dabei wohl entdecken?

• 22.45 Uhr: "Was bleibt – Steine der Mahnung" Über den Umgang Nürnbergs mit dem schweren Erbe der Nationalsozialisten

Mehr zu "Ruhr.2010“ sehen Sie in der Frankenschau am Sonntag, 4.10. Ab 17:45 Uhr im BR-Fernsehen.

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