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René Pollesch wird Intendant der Berliner Volksbühne | BR24

© dpa/picture-alliance /ZB

René Pollesch

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    René Pollesch wird Intendant der Berliner Volksbühne

    Der Theaterregisseur und Autor René Pollesch wird neuer Intendant der Berliner Volksbühne. Das kündigte Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Mittwoch an. Pollesch wird die Leitung zur Saison 2021/22 übernehmen.

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    Seit Monaten wird nach einer neuen Leitung für die Berliner Volksbühne gesucht – heute Mittag hat Kultursenator Klaus Lederer (Linke) in einer Pressekonferenz über die "Zukunft der Volksbühne" informiert. Vorab hatte der rbb schon berichtet, dass René Pollesch neuer Intendant werden solle, aber der Sprecher der Senatskulturverwaltung hat das nicht bestätigen wollen.

    Das Theater am Rosa-Luxemburg-Platz hat turbulente Zeiten hinter sich.Ein Vierteljahrhundert hatte Regisseur Frank Castorf das Haus geleitet. 2017 übernahm der belgische Kurator Chris Dercon das Haus – dem Museumsexperten schlug aber viel Protest aus der Berliner Kulturszene entgegen. Nach weniger als einem Jahr gab Dercon den Posten im Frühjahr 2018 wieder auf. Als Interims-Intendant ist bis zum Sommer 2021 Klaus Dörr eingesprungen.

    © dpa picture-alliance/ Claudia Esch-Kenkel

    Volker Spengler, Martin Wuttke und Sophie Rois 2006 an der Volksbühne in Polleschs Stück "L' affaire Martin! etc."

    Die Volksbühne – für Pollesch ein Heimspiel

    Der 1962 im hessischen Friedberg geborene Pollesch hat von 2001 an unter der Intendanz von Frank Castorf viel an der Berliner Volksbühne auf die Beine gestellt: als Autor und Regisseur und Leiter des Praters, einer Nebenbühne der Volksbühne. Seine Stücke haben sprechende Namen wie "Heidi Hoh arbeitet hier nicht mehr","House for sale", "Liebe ist kälter als das Kapital" oder "Schmeiß Dein Ego weg", einige von ihnen wurden erst bei den Proben fertig. Pollesch ist ein Viel-Leser – vor allem von theoretischen, oft postmodernen Texten. Er verdichtet und sammelt und versammelt zudem, was er so auf der Straße, in Ratgebern und in den Medien aufschnappt und baut daraus sein "Weltverdichtungstheater" zusammen, das er selbst – wohl scherzhaft – auch "Snuff Comedy" nennt.

    Als freier Regisseur inszeniert Pollesch an fast allen großen deutschsprachigen Bühnen, am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, am Stuttgarter Staatstheater und am Zürcher Schauspielhaus, am Deutschen Theater Berlin. Er ist in der Theaterszene so gefragt wie umstritten: Die eher konservative Fraktion lehnt das "postdramatische" Theater ab, für das Pollesch als einer der Hauptvertreter steht.

    Die Volksbühne mit dem Räuberrad vor dem Gebäude ist eines des wichtigsten Theater Berlins. Unter Castorf hatte das Theater bei einigen Fans Kultstatus, andere wünschten sich dagegen eine Erneuerung. Im September 2017 hatte ein Künstlerkollektiv mit dem Titel "Staub zu Glitzer" das Haus mehrere Tage besetzt.

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