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Reißender Absatz: Obama-Memoiren übertreffen alle Rekorde | BR24

© Brynn Anderson/BR Bild

Der Ex-Präsident der USA Barack Obama

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    Reißender Absatz: Obama-Memoiren übertreffen alle Rekorde

    Nicht nur in den USA, auch in Deutschland sind die Lebenserinnerungen des Ex-Präsidenten stark gefragt - auf Platz zwei folgt seine Frau. Er werde "kein Salz in ihre Wunden streuen", so Obama, der auch verriet, warum Trump das Buch nie lesen werde.

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    Bis jetzt ist Donald Trump mit keiner Silbe auf den Erfolg von Barack Obamas Memoiren eingegangen - und das ist nach Auffassung des Ex-Präsidenten auch nicht mehr zu erwarten. In der Late-Night-Talkshow "Jimmy Kimmel Live!" wurde Obama gefragt, ob er seine Lebenserinnerungen deshalb so ausführlich zu Papier gebracht habe, damit Trump sie nicht lese. "Dann hätten es nicht 700 Seiten sein müssen", so die launige Antwort des prominenten Autors.

    Billig waren die Memoiren von Barack Obama für die Verlage nicht zu haben: Von einem Gesamtpaket in Höhe von 65 Millionen Dollar war die Rede, darunter waren allerdings auch die Rechte an den Werken von Michelle Obama. Im Bieterverfahren hatte schließlich Penguin Random House gewonnen, und so, wie sich derzeit der Absatz entwickelt, scheint die Rechnung aufzugehen.

    Bereits Hunderttausende Exemplare verkauft

    Allein in den ersten 24 Stunden sollen sich in Nordamerika von Obamas "Ein verheißenes Land" 890.000 Exemplare verkauft haben - einschließlich Hörbüchern, E-Books und Vorbestellungen. Verleger David Drake sagte der Nachrichtenagentur AP: "Wir sind hingerissen von den Verkäufen am ersten Tag. Sie spiegeln die weit verbreitete Begeisterung wider, welche die Leser gegenüber Präsident Obamas heiß erwartetem und außerordentlich gut geschriebenem Buch empfinden."

    Obamas Töchter Sasha und Malia haben nach Auskunft ihres Vaters allerdings nicht die Absicht, das Werk zur Hand zu nehmen: "Der Prophet gilt nichts im eigenen Land", sagte der Ex-Präsident bei Jimmy Kimmel und äußerte die Erwartung, sie würden das Buch vielleicht im Alter von dreißig lesen.

    Nach Angaben der "New York Times" wurden zum Start knapp sechs Millionen englischsprachige Exemplare gedruckt, davon 3,5 Millionen für den US-Markt, der Rest für Leser in aller Welt. Weil die amerikanischen Druckereien mit dem Auftrag überfordert waren, wurden 1,5 Millionen Stück in Deutschland hergestellt und per Schiff in die USA transportiert. Bis jetzt liegen Ausgaben in 19 Sprachen vor, darunter Rumänisch, Finnisch, Portugiesisch und Chinesisch. Sechs weitere fremdsprachige Fassungen sind in Arbeit.

    © John Raoux/BR Bild

    Kann sich freuen: Obama

    "Außergewöhnlich hohe Nachfrage"

    Auch hierzulande läuft das Geschäft: Nach Auskunft von Verlagssprecherin Heidrun Gebhardt gegenüber dem BR wurden zum Verkaufsstart 300.000 deutschsprachige Exemplare auf den Markt gebracht und noch vor Erscheinen des Buches bereits eine zweite Auflage von 100.000 Stück gedruckt. Die dritte Auflage mit weiteren 100.000 sei bereits "veranlasst", so dass in der ersten Woche die Gesamtauflage von einer halbe Million erreicht werden wird - was bei einem Ladenpreis von 42 Euro einem Umsatz von 21 Millionen Euro entsprechen dürfte.

    Eine Pressesprecherin von Hugendubel, einer der größten deutschen Buchhandelsketten mit rund 160 Filialen, sagte dem BR: "Wir bemerken auch eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach der Biographie von Barack Obama. Nach drei Tagen kann man es natürlich noch nicht konkret sagen, aber die Biographie hat das Potenzial zum Beststeller."

    Michelle: "Jetzt reicht es wenigstens für meine Schuh-Käufe"

    Der Verlag verweist darauf, dass das einzige Buch von einem Ex-Bewohner des Weißen Hauses, das in die Nähe von Obamas Bestseller kommt, das Werk seiner Frau Michelle sei, deren "Becoming" inzwischen weltweit zehn Millionen Mal verkauft wurde. Er werde aber beim Abendessen "kein Salz in ihre Wunden streuen", so Obama im US-Fernsehen. Außerdem habe sie ihm gesagt, dass die Einnahmen nun wenigstens für ihre "Schuh-Käufe" reichten.

    Es läuft so gut, dass der Verlag bis jetzt immer noch keine preiswerte Taschenbuch-Ausgabe auf den Markt brachte. In den ersten 24 Stunden schaffte Michelle Obama einen Absatz von 725.000 Stück, blieb also nicht weit unter der Rekordzahl ihres Ehemanns.

    © Lynne Sladky/BR Bild

    Obama im Wahlkampf

    Allein bei der Buchhandelskette Barnes & Noble ging Obamas Buch in den ersten 24 Stunden 50.000 Mal über den Ladentisch, in den kommenden zehn Tagen wird mit einem Absatz von 500.000 Exemplaren gerechnet, bei einem Preis von 45 Dollar ein erklecklicher Umsatz. Gemessen daran können weder Bill Clinton, noch George W. Bush mithalten. Beide verkauften von ihren Erinnerungen bis heute zwar jeweils knapp vier Millionen Stück, aber keiner von ihnen legte so einen "Kaltstart" hin wie Obama.

    Die "Los Angeles Times" hat sich bereits umgehört und konnte etwa berichten, dass die Buchhändlerin Kris Kleindienst aus St. Louis im Herzen der USA mit "etwa 1.000" Exemplaren Absatz rechnet - für sie nach eigener Aussage "ein gewaltiger Unterschied" in der Jahresbilanz.

    Verkauft Trump noch mehr?

    Dabei hat der Ex-Präsident Erfahrung mit Bestsellern: Sowohl "Ein amerikanischer Traum: Die Geschichte meiner Familie", als auch "Hoffnung wagen" fanden bereits millionenfachen Absatz.

    Möglicherweise wird Donald Trump diese Zahlen jedoch noch toppen - jedenfalls trauen ihm die Verlage wegen seiner siebzig Millionen Wähler enorme Marktmacht zu. So war bereits von einem Vorschuss von bis zu 100 Millionen Dollar die Rede, allerdings einschließlich diverser TV-Projekte.

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