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"Reichsparteitagsgelände" Nürnberg erwartet virtuelle Besucher | BR24

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Steine der Mahnung: Das "Reichsparteitagsgelände" Nürnberg vermittelt ein nachhaltiges Bild von den Propaganda-Veranstaltungen der Nazis

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    "Reichsparteitagsgelände" Nürnberg erwartet virtuelle Besucher

    Wie inszenierten die Nazis ihre Propaganda-Schauen? Wer das Nürnberger "Reichsparteitagsgelände" besucht, bekommt ein umfassende Bild von der NS-Gewaltherrschaft. Jetzt kann das Areal mit seinen gigantischen Bauresten auch online besichtigt werden.

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    Wer sich für NS-Geschichte interessiert und etwas über den Ort der Nazi-Aufmärsche in Nürnberg erfahren möchte, kann das künftig auch vom Schreibtisch aus tun: Das "Reichsparteitagsgelände" ist online gegangen. Zwei digitale Ausstellungen hat das Dokumentationszentrum auf dem Kulturportal Google Arts & Culture freigeschaltet.

    Zwei digitale Ausstellungen zum "Reichsparteitagsgelände"

    In der einen Ausstellung mit dem Titel "Das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg" geht es um die Historie des Geländes: Zahlreiche Bilder und Dokumente liefern, über die Jahrzehnte hinweg bis in die Gegenwart, einen vertieften Einblick in die geschichtliche Entwicklung. Etwa, dass das Areal rund um den Dutzendteich ein beliebtes Naherholungsgebiet war, bevor die Nationalsozialisten mit ihren Bauarbeiten begannen. Ab 1933 sei diese Idylle zunehmend zerstört worden, erläutert das Dokumentationszentrum. Nach den Plänen des Architekten Albert Speer sollten auf einer Fläche von rund elf Quadratkilometern imposante Monumentalbauten für die Inszenierung der Reichsparteitage entstehen: "Zwischen 1933 und 1938 fanden dort dann jährlich einwöchige Propagandaveranstaltungen mit bis zu einer Million Menschen statt." Während des Kriegs habe es auf dem Areal Lager für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter gegeben, Tausende von ihnen seien dort ums Leben gekommen. Nach 1945 sei der Umgang mit dem Gelände exemplarisch für die bundesdeutsche Erinnerungskultur geworden.

    © pa/dpa

    Innenhof der unvollendeten Kongresshalle der NSDAP von 1939 auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände

    Daran schließt die zweite Ausstellung an, die "Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände" und seine Arbeit vorstellt. Sie beginnt bei den Anfängen der Erinnerungsarbeit auf dem Gelände in den 1960er und 1980er Jahren: Damals rückte der historische Ort durch ein Filmprojekt von Alexander Kluge und erste Ausstellungsversuche in der Zeppelintribüne erstmals in den Fokus. Im weiteren Verlauf geht es um frühere Ausstellungsprojekte, um die Eröffnung des Dokumentationszentrums im Jahr 2001 und um das inhaltliche Konzept des Hauses.

    © Dokumentationszentrum Nürnberg

    Virtueller 3D-Rundgang durch die Albert Speer-Ausstellung auf Google Arts & Culture

    Virtuelle Aufarbeitung der Geschichte

    Da im Dokumentationszentrum gerade große Umbaumaßnahmen anstehen, biete die virtuelle Schau die Möglichkeit, sich trotzdem mit der Geschichte des Nationalsozialismus und seiner Aufarbeitung in Nürnberg auseinanderzusetzen, heißt es in einer Mitteilung des Museums. Virtuelle Besucherinnen und Besucher können sich dabei auch mit Google Street View durch die Dauerausstellung des Dokumentationszentrums bewegen.

    Unter dem Titel "Was bleibt - Steine der Mahnung" sendet das BR Fernsehen am 14. Oktober um 22.45 Uhr eine Dokumentation zum Nürnberger Reichsparteitagsgelände.

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