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Reformprozess "Synodaler Weg" geht digital weiter | BR24

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Der Synodale Weg geht weiter - zumindest im Netz. Beschlüsse sind bei der digitalen Zusammenkunft aber nicht möglich.

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Reformprozess "Synodaler Weg" geht digital weiter

Beim "Synodalen Weg" sprechen Bischöfe und Laien über die Rolle von Frauen, klerikale Macht und Sexualmoral. Nach dem Auftakt vor einem Jahr in Frankfurt am Main, und den Regionenkonferenzen im Herbst geht der Reformprozess nun in die nächste Etappe.

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Von
  • Klaus Hofmeister

Eigentlich wollten die 230 Synodalen bei ihrer Online-Konferenz den aktuellen Stand des Synodalen Weges zur Reform der Katholischen Kirche diskutieren. Doch seit Wochen gibt es kirchenintern nur ein Thema: Unmut über den Kölner Kardinal Woelki und seine Weigerung, ein Gutachten über Missbrauch im Erzbistum Köln zu veröffentlichen. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing von Limburg hat den damit verbundenen Imageschaden schon vor Weihnachten mit ungewöhnlich scharfen Worten beklagt.

Reformdruck wird durch Streit im Erzbistum Köln verschärft

Es war für das Präsidium des Synodalen Weges folglich unmöglich, das Thema nicht auf die Tagesordnung zu setzen, zumal der aktuelle Reformdruck ja durch die Fälle von Missbrauch und dem kirchlichen Umgang damit entstanden ist. Für Kardinal Woelki könnte die für Donnerstagabend angesetzte Diskussion "zu den Maßnahmen zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der Kirche" folglich unangenehm werden. ZDK-Vizepräsidentin Claudia Lücking-Michel betont, man wolle kein "Bashing" betreiben, aber angesichts der "Kölner Wirren" verblassten die anderen Reformthemen.

Wegen digitaler Form nur Debatten möglich, aber keine Beschlüsse

Zumal wegen Corona und des Digitalen Formats diesmal wieder keine formellen Beschlüsse gefasst werden können. Es wird wie schon im Herbst erneut nur einen Gedankenaustausch über Zwischenergebnisse aus den Arbeitsgruppen geben. Diesmal über eine Änderung der Predigtordnung, damit auch Frauen im Gottesdienst zu Wort kommen können, zur Frage, ob und warum nur ein Mann bei der Messe Christus repräsentieren kann. Und unter dem Stichwort "Macht und Gewaltenteilung" geht es um ein verändertes Kontrollsystem von Kirchenfinanzen. Allenthalben herrscht Ungeduld über den schleppenden Fortgang des Reformprozesses.

Erste Beschlüsse im September in Frankfurt erwartet

Erste Reformbeschlüsse beim Synodalen Weg sind dann bei der kommenden Vollversammlung in September in Frankfurt geplant. Vorausgesetzt Corona erlaubt dann ein solches Treffen mit als 250 Laien und Bischöfen.

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Der Synodale Weg tagt derzeit online. Das Forum von Geistlichen und Laien diskutiert über Reformen in der katholischen Kirche.

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